Bandscheibenvorfall Op – Ja oder Nein?

Ein heikles und umstrittenes Thema – die  OP bei einem Bandscheibenvorfall. Hier möchte ich ein paar Hintergrundinfos zur Operationen an der Bandscheibe geben.

Update: Hier geht es zu meinem Bandscheiben OP Erfahrungsbericht.

Eines vor ab: Wer vor der Entscheidung steht, eine OP durchführen zu lassen oder nicht, wird in diesem Artikel natürlich auch keine Antwort auf diese Frage finden. Es geht mir viel mehr darum, die Leser für dieses Thema zu sensibilisieren und weiterführende Infos zu liefern.

Häufig sind OPs an der Bandscheibe überflüssig

Bei meinen Recherchen bin ich oft auf die Aussage gestossen, dass viele Operationen
an der Bandscheibe nicht hätten sein müssen. Einen sehr interessanten Fernsehbeitrag
gibt es dazu auch beim NDR
.

Ich denke, es ist jedem, der einen Bandscheibenvorfall hat, bewusst, dass zu erst wirklich alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten (Physio, Schmerztherapie, Sport, Gymnasik usw. ) ausprobiert werden sollten – dieser Weg kann ein sehr langer sein, gerade bei schweren Vorfällen dauert dies seine Zeit bis sich Verbesserungen einstellen:
Erst wenn wirklich nach sehr lange Zeit die Schmerzen nicht weniger werden oder eben bereits die Nerven angegriffen sind bzw. Ausfallerscheinungen auftreten, sollte meiner Meinung nach eine OP in Betracht gezogen werden. Und auch dann gilt es sich zu informieren..

Wie wird an Bandscheiben Operation durchgeführt?

Sicher, im Internet wird man zahlreiche Infos und Forenbeiträge zu diesem Thema finden. Ich halte davon nicht viel, sich auf dieses Halbwissen zu verlassen. Wer in Erwägung zieht, sich am Rücken (!) operieren zu lassen, sollte doch etwas verlässlichere Quellen zu Rate ziehen.

Empfehlenswerte Bücher zum Thema:

Im Internet gibt es zahlreiche Foren zum Thema Bandscheibe, in welchen auch Leute ihre Erfahrungen mit einer OP posten. Sicherlich interessant, um zu erfahren, wie es anderen ergangen ist, aber man bedenke doch auch, dass vor allem viele, bei denen etwas Schief gelaufen ist, ihr Kummer und ihre Sorgen veröffentlichen. Oder würdest du, wenn du nach deiner OP schmerzfrei sein solltest, dich in Foren anmelden und dort posten? Eher nicht. Du wärst froh, endlich wieder „normal“ Leben zu können und würdest dich auf andere Sachen fixieren.

Ich möchte damit nicht sagen, dass es nicht interessant / hilfreich ist, Erfahrungsberichte zu lesen, doch sollte man natürlich auch alles etwas relativieren. Negative Erfahrungsberichte wird man im Internet auch zu den Nebenwirkungen von Aspirin Complex finden…

Zweit-Meinung einholen

Irgendwie muss man sich natürlich als Patient auf die Meinung eines Arztes verlassen und vertrauen – Problematisch ist, dass in Sachen Bandscheiben-OP die Meinungen bei den Spezialisten immer sehr weit auseinander gehen.  Also sollte man sich definitiv vor einer OP eine Zweite Meinung einholen – so würde ich zumindestens verfahren.

 Meine persönliche Meinung / Vorgehen

Da ich nun die üblichen Symptome seit  einigen Jahren habe und schon viel ausprobiert habe (Physiotherapie, Entlastung durch einen Bandscheibenwürfel, PRT-Spritzen, Cortison, Übungen, Training z.b mit einem Schwingstab usw. ), ist die Entscheidung für mich relativ klar: Eine OP ist unumgänglich. Nach Jahren mit Schmerzen seh ich da keine andere Alternative mehr. Hin zu kommt auch, dass sich irgendwann die Symptome und die eingeschränkte Lebensqualität auf die Psyche niederschlagen. Ich denke, diesen Punkt sollte man auch nicht vernachlässigen. Wenn man seit Jahren nur eingeschränkt lebt, steht auch das Risiko der Bandscheiben OP in einem anderen Verhältnis.

Letztendlich ist natürlich jeder Mensch der Herr über seinen eigenen Körper und muss
ganz für sich selbst entscheiden, was er mit seinem Körper machen lasst.

 

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8 Kommentare zu “Bandscheibenvorfall Op – Ja oder Nein?

  1. Hallo Fabian,

    ja, du hast Recht. Zweitmeinung einholen ist ein Muss. Ich habe mich operieren lassen, da alle anderen Methoden nicht geholfen haben. Leider habe ich etwas zu lange gewartet, d. h. ich habe immer noch (5 Jahre nach der OP) Nervenprobleme. Aber sonst war meine Erfahrung durchaus positiv und ich bin schmerzfrei. Man sollte nach so einer OP aber nicht so weiterleben wie zuvor, denn diese „Krankheit“ hat Ursachen (oftmals auch psychisch). Zu langes Warten fördert auch das Schmerzgedächtnis. Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner bevorstehenden OP.

    Gruß

  2. Hi Fabian,

    deine Geschichte könnte fast meine sein …
    März ’11 wurde bei mir auch ein schwerer BSV L5/S1 diagnostiziert (nach monatelanger Einnahme von Cortisontabletten, da alle möglichen Fehldiagnosen). Die Ärzte sagten: Der Schmerz im Bein kann nur eine Entzündung sein, da alle Reflexe (Fuß) da waren und außerdem das Alter untypisch für einen Bandscheibenvorfall ist. Dann CT(zum „Glück“ nur 2 Monate gedauert – vom Ausbruch der Schmerzen bis zur Diagnose). Diagnose schwerer Bandscheibenprolaps L5/S1.
    Ein blödes Gefühl, gerade 24 Jahre alt geworden und dann sagt der Arzt: Sie haben einen schweren Bandscheibenvorfall. Mist, eine Krankheit, die Ü40-Jährige haben. Von wegen!!

    Habe vorher auch aktiv Kraftsport gemacht (auch noch kurz vor der Diagnose BSV).

    Mittlerweile habe ich auch schon bis dato alles durch, was es an konservativer Schmerztherapie gibt: Krankengymnastik, Wärmetherapie, Kältetherapie, Elektrotherapie, Schmerzmittel, Schonung, Schlingentisch, 4 wöchige Reha, CT-Spritze …

    Angeschlagen hat noch nichts.

    Da ich noch in der Ausbildung bin, habe ich das Thema OP bis jetzt immer schön in die Zukunft hinausgeschoben. Man hört ja allerhand. Bei manchen hilfts (eine Bekannte ist schon 10 Jahre schmerzfrei nach OP LWS), andere (mein Onkel, eine Nachbarin etc.) können nur noch am Krücken gehen, müssen ein Stützkorsett tragen und haben Schmerzen, die die vor der OP weit in den Schatten stellen.

    Hast du dich schon entschieden zur OP? Oder hast du es sogar schon hinter dir?

    Würde mich sehr interessieren. Ich kann mir auch nicht vorstellen weitere 50 oder 60 Jahre mit diesen Schmerzen zu leben…

    vg Denis

    • Hallo Denis,

      ja, habe mich für eine OP entschieden, den Bericht findest du auch hier bei mir im Blog.
      Und ja, über Bandscheiben OPs hört man leider sehr viel, was mir auch die Entscheidung nicht gerade leicht gemacht hat. Im Grunde war es die schwierigste Entscheidung, die ich bisher in meinem Leben zu treffen hatte. Nur sollte man nicht nur immer die Risiiken sehen, sondern auch die Chancen. Der Status-Quo mit all den Beschwerden, Schmerzen usw. is ja nu auch kein Leben, wie man sich das so vorstellt (vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass man nu keine 50 oder 60 ist, sondern U30).

      Hoffe, dass ich dir mit dem Bereicht etwas helfen kann: Erfahrungsbericht Bandscheiben OP

      Gruß, Fabian

  3. Hallo Fabian,

    ich habe ziemlich genau den gleichen Leidensweg hinter mir, nur das bei mir die „akute“ Phase nicht so lange gedauert hat. Rückenschmerzen, mit ziehen in den Beinen hab ich zwar schon seit einigen Jahren (ich bin auch erst 32…) , aber den akuten Bandscheibenvorfall hatte ich wohl im August 2012 und dann im September endlich die Diagnose durch MRT. Ich hatte zu dem Zeitpunkt taube zehen usw… Um die OP zu umgehen habe ich mittlerweile auch einiges durch (Phsio, Fango, Wärme, Massagen, Aquasport, Gerätetraining, Tens, PRT, Reha…). „Normale“ Physio, also 2 Einheiten pro Woche haben bei mir auch kaum geholfen. Zusätzlich Gerätetraining machte das ganze erst mal Schlimmer, wurde aber nach und nach besser (also 2 x Physio + 3 x Gerätetraining unter der Woche). Nächsten Dienstag habe ich jetzt die 5. PRT-Behandlung (die hier in Mainz übrigens ganz selbstverständlich von der Kasse gezahlt wird… :-()), und seit 02.01. bin ich in einer teilstationären Reha. Auch wenn ich mit dem Ablauf der Reha selbst, und der Klinik in der ich da nun untergebracht wurde nicht wirklich glücklich bin, habe ich das Gefühl dass der gebündelte Sport von 4-5 Stunden pro Tag mir gut tut, und ich schmerzen zwar während der Woche stärker sind (durch die dauernde Belastung), diese aber dann in den Ruhephasen am Wochenende deutlich zurückgehen.

    Falls du irgendwelche Fragen bezügl. Reha o.Ä. haben solltest, kannst du dich gerne bei mir melden. Ich versuche auf jeden Fall die OP zu vermeiden und drücke dir daher auf jeden Fall die Daumen das du auch was findest, das dir hilft.

    Schöne Grüße,

    Micha

    • Hallo Micha,

      dann hoffe ich mal, dass PRT und Reha bei dir eine langfristige Verbesserung bringen.
      Ich habe jetzt die OP hinter mir – Bericht findest du auch hier im Blog.

      Danke für das Angebot bezüglich der Fragen zur Reha… mir steht dann erstmal die Reha nach der OP vor, danach habe ich hoffentlich erstmal
      Ruhe.

      Gruß, Fabian

  4. ich liege seit ein paar tagen in würselen im krankenhaus.habe seit monaten heftige schmerzen im re.oberschenkel.kann mich nur unter schmerzen mit dem rollator bewegen.
    das mrt hat ergeben,daß ich lw-stenose habe.ich möchte mich operieren lassen,damit endl.ohne diese mörderlichen schmerzen leben kann.jetzt ist es keins!bin 65.und da muß ich nicht mehr zwingend alles machen.hauptsache ich kann mit meinem hund wieder gassi gehen u.meinen haushalt führen!

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