Bandscheibenvorfall mit unter 30

Du bist unter 30 und hast die unschöne Diagnose Bandscheibenvorfall erhalten? Da in deinem Freundeskreis Rückenleiden nicht so zu den gängigen Themen gehören, sondern eher im Freundeskreis deiner Oma für Gesprächsstoff sorgen, fühlst du dich vermutlich ziemlich allein gelassen. 

Ok, nun wisch dir mal die Tränen aus den Augen. Du bist nicht alleine. Ich hatte meinen ersten Bandscheibenvorfall mit 23 und  paar Jahre später die erste OP (meine Geschichte gibt es hier)

Außerdem erhalte ich sehr viele Mails und Kommentare von anderen Betroffenen, die unter 30 sind. Und es geht noch weiter. Als Betreiber dieses fantastischen Bandscheiben-Blogs kann ich teilweise sehen, was die Leute so bei Google eingeben, bevor sie bei mir landen. Guck dir das mal an.

Du bist nicht allein: Nutzer mit diesen Suchanfragen landen regelmässig hier: 

  • Bandscheibenvorfall mit 29
  • Bandscheibenvorfall mit 21
  • Bandscheibenvorfall mit 12
  • Bandscheibenvorfall mit 24
  • Bandscheibenvorfall mit 14
  • Bandscheibenvorfall mit 28
  • Bandscheibenvorfall mit 27
  • Bandscheibenvorfall mit 22
  • Bandscheibenvorfall mit 23
  • Bandscheibenvorfall mit 19
  • Bandscheibenvorfall mit 17
  • Bandscheibenvorfall mit 15
  • usw.

Wahnsinn oder? 

Ein Bandscheibenvorfall ist heutzutage nichts mehr, was nur der „alten Generation“ passiert. Natürlich, die Bandscheiben nutzen sich mit den Lebensjahren ab, das mit 70 Jahren einen Vorfall erleidet, ist wahrscheinlich, als mit 20.  Aber es passiert eben auch mit 20 oder 26, oder 27 oder 28 oder oder oder. Und nicht so selten, wie du jetzt denkst.

Bandscheibenvorfall in so jungem Altern – was kann ich nun tun?

Egal ob 20 Jahre oder 55 Jahre, die Therapien sind erstmal die selben. Infos dazu findest du, wenn du dich durch die Seite klickst.
Eine Operation, wie sie bei mir nötig war, ist übrigens extrem selten. Also keine Panik !

Ich will hier hier darauf eingehen, was du für deinen Kopf tun kannst. Ich glaube damit haben viele junge Menschen, die diese Diagnose erhalten, am meisten Probleme . Ging mir auch so. Klar, die scheiß Schmerzen waren natürlich das größte Problem, aber eben auch der Gedanke daran, warum diese vermeintliche „Alters-Krankheit“ denn mich jungen Hüpfer erwischt.

Diagnose Bandscheibenvorfall in jungen Jahren – so gehst du damit um:

  • es ist wie es ist. Frag nicht nach dem „Warum„. Früher der später erwischt jeden mal eine Krankheit.
  • an die jungen Männer: akzeptiere, dass du nun eine Schwachstelle hast. Für einen Mann oft schwer zu verkraften. Nun ist es so. Gibt Menschen, die landen nach Unfällen im Rollstuhl. Noch weniger schön.
  • Schlimmer gehts immer. (ja, das ist abgedroschen, aber es ist „nur“ ein Bandscheibenvorfall und somit nicht dein Todesurteil)
  • du bist nicht alleine! Rückenprobleme sind in unserer Generation „der Shit“
  • positiv Denken. Diese Psyche, Gesundheit und Schmerzempfinden hängen echt zusammen
  • deine Heilungschancen sind gut – auch wenn man in der ersten Zeit oft heftige Schmerzen hat, bekommt man diese mit entsprechenden Behandlungen meistens gut in den Griff
  • stelle dein Leben ab JETZT in ein rückengerechtes Leben um
  • verkriech dich nicht zu Hause in einer Ecke und bemitleide dich selbst. Geh raus, hab Spaß
  • akzeptiere: Der Vorfall bleibt nun meistens ein lebenlang dein Begleiter. Er ist nicht rückgängig zu machen.
  • Hinterlasse hier ein Kommentar, tausch dich mit anderen Betroffenen aus
  • tue alles, damit es dir besser geht (Rückenübungen, informiere dich ausgiebig in den richtigen Büchern, leg dir n ordentlichen Schreibtischstuhl zu, kauf dir ne vernünftige Matratze usw.
  • mach den Bandscheibenvorfall nicht zu deinem Lebensmittelpunkt

Weiterhin empfehle ich dir zu dem Thema meinen Artikel: Diagnose Bandscheibenvorfall – wie gehe ich damit um? 


Achtung: Bitte unbedingt beachten, dass alle Angaben auf dieser Seite ohne Gewähr sind und keinen Besuch beim Arzt ersetzen. Die auf dieser Seite zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen verwendet werden. Bitte dazu auch meinen Nutzungshinweis lesen.

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9 Kommentare zu “Bandscheibenvorfall mit unter 30

  1. Hey, jeder liest es und auch viele (Physios, Ärzte) sagen es. BSVs vermehren sich auch bei jüngeren. Ich hatte meine Diagnose mit 25, die OP dann mit 28. Zwischendrin 2.5 Jahre KEINE Probleme. Ich war auf Reha und wir waren in der Klinik zu 6. unter 30 mit operierten BSV. Da hab ich gestaunt.
    Ja, man ist eingeschränkt. Ja, man hat noch einiges im Leben vor. Mein erster Gedanke war „Fuck, ich will doch noch Kinder bekommen. Wie soll ich die Schwangerschaft überstehen? So ein Kind will auch mal getragen werden. Ich will mit meinen Kindern mal toben!“ Heute, 1.5 Jahre später hab ich zwar immer noch keine Kinder 😉 aber ich habe eine positive Einstellung zu meinem Erlebten. Ich habe daraus vieles gelernt, vor allem, dass man auf seinen Körper hören muss. Er sagt uns schon, was uns gut tut. Akzeptieren lernen. Und was für mich der schwerste Schritt war, um Hilfe bitten oder einfach sagen „Das kann ich jetzt leider nicht machen, weil ich am Rücken operiert bin.“ Kein Mensch sagt dir dann, dass er dir nicht hilft… Man sieht es uns ja nicht an, weil wir jung sind und keine Krücken oder Gips haben.
    Gibt ja auch diese tollen Sprüche von Leidensgenossen. „Mei, das macht dir jetzt dein Leben lang Probleme. Ich hab immer noch Schmerzen. Auf Reha wars gut aber danach nicht mehr!“ Meine Rückfrage ist dann immer „Und, machst du noch deine Übungen und hälst du dich an die Tips der Reha. Man hat ja gelernt, wie man sich im Altag verhalten soll!“ Großes Schweigen!!! Mein Leitsatz ist „Ich kann jammern oder was dagegen tun. Ich selbst habe mich für Zweiteres Entschieden!“ Klar, ich bin nicht Beschwerdefrei, aber ich bin glücklich. Ich habe mein Leben zurück, welches ich 4 Monate verloren hatte. Und nach 1,5 Jahres genieße ich es immer noch, ohne Schmerzen im Bett zu liegen oder genüsslich zu essen 🙂 Wenn ich Bock hab auf Party, mach ich Party. Habe ich am nächsten Tag Schmerzen, ist das natürlich nicht toll, aber ich hatte einen schönen Abend. Der Sonntag wird dann ruhig mit Bodenturnen (so nenn ich meine Rückengym), Wärme und spazierengehen und dann gehts wieder. Habt einfach Spaß im Leben! Das ist das wichtigste. Du bestimmst dein Leben, nicht dein Schmerz!!!
    Übrigens, tolle Seite 🙂

    • Hallo Tanja,
      das war mit Abstand der motivierenste Kommentar, den ich hier in den Jahren gelesen habe. Super!
      Ich habe mich erst gestern wieder aus einigen Facebook-Bandscheiben-Gruppen abgemeldet, weil ich das tägliche Geheule dort nicht mehr ertragen konnte. Zieht einen nur runter sowas!
      Von daher schön, mal von jemanden, dem es auch nicht immer super geht, solche motivierenden Worte zu hören!

      Wünsche dir alle gute!

      Gruß, Fabian

  2. Hallo an alle Mitlesende,
    es ist an sich ein gutes Gefühl (auch wenn man es keinem wünscht) nicht alleine zu sein..
    Ich hatte meinen ersten BSV mit 22 und einen Monat später musste ich leider operiert werden, da es sonst zu dauerhaften Nervenschäden gekommen wäre. Im Nachhinein hätte ich mir von den Ärzten eine bessere Aufklärung gewünscht und auch einen besseren Rat, als nur es ist nicht schlimm und Physio reicht…
    Leider war die Zeit in der Reha sehr langwierig und jetzt (am 26.06.18 war die erste OP) am 07.02.19 wurde ich ein zweites Mal operiert da seit Oktober immer mehr Bandscheibenflüssigkeit gegen den Nerv rutschte und mir jetzt kurz vor der OP wieder Nervenfunktionsausfälle beschert hat.
    Es ist sehr demotivierend – da man versucht alles für den Rücken zu machen, sich bei fast allem zurückhält und brav die Übungen macht… und dann am Ende es doch so kommt -.-
    Gibt es hier ähnliche Fälle und wenn ja, wie ist es jetzt bei euch? Was hat geholfen? Welche Ärzte haben sich als gut erwiesen?
    Ich habe von Physio, Akupunktur, Rehasport, Blackroll, rückengerechten Schwimmen, rückengerechten Alltag fast alles ausprobiert. Ich hatte vor der zweiten OP ein paar gute Monate, aber dann ging es auf einmal innerhalb von zwei Wochen stark bergab.

    Liebe Grüße

    Lisa

    • Hi Lisa,
      tut mir Leid zu lesen, dass es sich schon so früh erwischt hat. Wie geht es dir jetzt nach der zweiten OP?
      Leider scheint es so, dass, auch wenn man rückenbedingt „alles Richtig“ macht, die Entwicklung trotzdem negativ verläuft. Aber gib die Hoffnung nicht auf. Du bist noch sehr jung, du solltest vor allem zuseehen, dich davon nicht zusehr runterziehen zu lassen, auch wenn es schwer fällt, das weiß ich. Ich lebe mit Mitte 30 nun seit > 10 Jahren mit diesem Schaden. Ebens einmal operiert und ebenso ein erneuter Vorfall. Mir gehts ok.
      Hast du denn deine aufgezählten Maßnahmen wirklich kontinuerlich ausprobiert? Besserung erreicht man natürlich nur über die Regelmässigkeit. 4 mal Physiotherapie wird der nicht weiterhelfen.
      Und wenn du jeden Abend deinen Rücken trainierts, tagsüber aber nur sitzt, ist das auch eher semi-optimal. Du musst deinen eigenen Weg finden, der dir gut tut. Ich denke den Pauschal-Tip gibt es nicht. (mir bekommt Schwimmen zum Beispiel gar nicht)
      Mir hilft vorallem viel leichte Bewegugung, sprich Laufen. Dazu Rückentraining, aber auch hier darf ich nciht übertreiben. Ruhephasen sind ebenso wichtig. Und auch der Streß wirkt sich nicht positiv aus und schon gar nicht die Angst. Wenn die Sorge um die Bandscheibe in manchen Phasen wieder sehr groß ist, werden bei mri auch die Symptome schlimmer, weil ich mich viel mehr darauf fokussiere.
      Und den „rückengerechten Alltag“ solltest du am besten nicht nur „ausprobieren“, sondern leben! 😉

      Versuche ansonsten auch deine Nerven zu stärken, von Keltican Forte hast du ja sicher schon gelesen, das kann man mal ausprobieren.

      Gruß, Fabian

  3. Hallo zusammen,

    ich habe schon ganz viel rumgegoogelt seitdem ich vor 1,5 Wochen die Diagnose Bandscheibenvorfall bekommen habe, bin aber erst heute auf dieses Forum hier gestoßen und finde es super, dass du das in’s Leben gerufen hast, Fabian. Vielen Dank dafür.

    Ich bin 27 und ich hätte nicht damit gerechnet, dass mich der Befund so umhaut. Deswegen tut es gut zu wissen, dass das vielen zunächst so geht und ich nicht unnormal in der Hinsicht bin. Man fühlt sich so demoliert und was ich am schlimmsten finde, ist, dass mich mein Körpergefühl derart im Stich gelassen hat. Anders als andere hier hatte ich nämlich keine unerträglichen Schmerzen. Vielmehr strahlt der Vorfall in meine Hüfte aus, so kam ich zum Orthpäden und dann zum MRT usw. Ein Neurologe wird noch bald feststellen, inwieweit die Nerven betroffen sind und ob eine etwaige OP ansteht.

    Ich hab‘ das Gefühl mein Umfeld versteht nicht, weshalb mich die Sache so mitnimmt. Ich hab‘ das Gefühl ich darf das nicht zulassen, weil ich sonst auf Ablehnung stoße- schließlich haben wir nicht die Diagnose Krebs gekriegt.

    Ich habe mich mittlerweile etwas gefasst. Letzte Woche hatte ich eine so liebe Physiotherapeutin, die mir die Angst genommen hat und mich beruhigt hat. Gerade komme ich von einer nicht so schönen Einheit mit einer anderen Therapeutin, die mir sinngemäß gesagt hat, ich soll mal ruhig den Rücken belasten, die Bandscheibe ist eh hin und das für immer. Als dann auch noch das Wärmepad so heiß war, dass meine Haut knallrot geworden ist, war ich richtig frustriert. Deshalb bin ich jetzt auch auf das Forum hier gestoßen, weils mir gerade nicht so gut geht.
    Ich will mich nicht mehr so leicht aus der Bahn werfen lassen, das macht mir momentan zu schaffen. Kennt ihr das?

    Ich würde mich freuen, könnte man hier vielleicht irgendwelche Kontaktdaten austauschen, sodass man sich auch mal im Alltag gegenseitig bestärken und austauschen kann. Falls daran noch jemand Interesse hat, würde ich mich freuen, wenn sich wer meldet.

    Liebe Grüße, Charlotte

    • Hallo Charlotte,

      tut mir Leid, dass du auch schon in so jungen Jahren die Diagnose hast.
      Aber mach dich erstmal nicht zu sehr verrückt: Sind denn deine Beschwerden so schlimm aktuell? Oft lässt sich ein Vorfall
      mit konservativen Methoden wieder gut in den Griff bekommen, so dass ein völlig normales Leben möglich ist. Man muss natürlich
      ein bisschen was dafür tun.
      Ich denke es ist in dem Alter immer etwas schwer mitzukommen, dass der Körper krank werden kann. Die meisten bleiben ja mit unter 30 davon verschont.
      Ich hatte meinen Vorfall mit 25 und war damals auch mehr als geschockt. Aber glaub mir, es normalisiert sich.. du musst halt damit leben
      und insofern man die Symptome in den Griff bekommt, wird es auch nicht dein Leben dominieren.

      Übrigens ist „Bandscheibenvorfall nicht gleich Bandscheibenvorfall“… es gibt Menschen, die Vorfälle haben, und es gar nicht merken. ALso lass dich
      von dieser bildlichen Diagnose, die im MRT gemacht wurde, nicht so umhauen. Nun warte erstmal ab. Der Schritt zum Neurologen (bzw. war es bei mir der Neurochirurg) ist
      auf jeden Fall ratsam, um zu prüfen, ob mit den Nerven noch alles ok ist.

      Ich wünsche dir alles Gute !

      Gruß,
      Fabian

      P. S.
      Meld dich gerne bei mir bei weiteren Fragen.

  4. Hallo liebe mitleser

    Ich bin die sabrina bin 27 jahre alt und laufe seit über 4 monaten mit sehr straken schmerzen im u teren rücken bereich rum was bis ins rechte bein zieht.
    Ich könnte manchnal heulen vor schmerzen weil ich nicht weiß wie ich mich hi setzten soll nachts ist es auch schlimm ich kann kaum noch auf dem bein liegen.
    Ich war beim hausarzt dann beim Orthopäden röntgen wurde gemacht nix auffälliges gefunden dann hatte ich krankengymnastik hat auch nix gebracht ……. So und nachdem ich gestern so starke schmerzen hatte noch viel schlimmer als sonst bin ich zum hausarzt und entlich wollen sie entlich ein ct veranlassen weil mein hausarzt denkt das ich einen BSV habe. Ich weiß nicht aber ich habe echt angst vor dem was noch alles kommt jezz!

  5. Hallo,

    Ich bin durch Zufall hier gelandet, nachdem mir vor 3 Wochen nicht nur einen sondern zwei Bandscheibenvorfälle diagnostiziert wurden. Bin knapp 20 und war gerade kurz davor für ein Jahr ins Ausland zu gehen (musste den Umzug sogar um 2 Wochen verschieben, durch das MRT und das Warten auf die Diagnose). Jedenfalls hatte ich „nur“ eine taube Wade, doch durch den ganzen Stress wurde es immer schlimmer und die Schmerzen stressen mich nur noch mehr. Ich stecke derzeit also in einem Teufelskreis.
    Mein Orthopäde sagte jedoch eine Physiotherapie würde rein gar nichts bringen und ich hab mir auch keine Übungen oder so.
    Ich habe Angst durch den Stress alles zu verschlimmern und mein Jahr abbrechen zu müssen (was ja noch mehr Stress verursachen würde).
    Sollte ich vielleicht dennoch bei einem Physiotherapeuten schauen ob es etwas gibt, um den Schmerz zu lindern?
    Im Gegensatz zu euch, hatte ich bei meiner Diagnose einfach keine Ahnung was das überhaupt ist und dachte es sei sowieso nichts schlimmes und es würde mir gar nichts ausmachen, aber auf einmal kommt die Sorge doch etwas hoch.

    Sorry, dass ich mich hier einmal auskotze, doch es ist alles ganz neu und meine Eltern haben die Diagnose viel schlechter aufgenommen als ich, also möchte ich Ihnen ungern mehr Sorgen bereiten.

    Liebe Grüße,
    Anna

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