Atlas

Der erste Halswirbel, der den kompletten Kopf trägt, ist auch als C1 oder Atlas bekannt. Im Vergleich zu der Beschaffenheit der restlichen Wirbel unterscheidet sich der Atlas deutlich. Dies ist wichtig, damit sich der Kopf frei bewegen kann. Der Atlas erinnert in Bezug auf seine Form an einen Ring. Zusammen mit dem zweiten Halswirbel, auch Axis oder C2 genannt, bildet der Atlas eine funktionelle Einheit. Der zweite Halswirbel sieht optisch wie ein Stift aus, so dass die beiden Wirbel zusammen wie eine Art Gelenk funktionieren.

Noch dazu durchläuft die Arteria vertebralis den Atlas. Dabei handelt es sich um eine wichtige Arterie, die einen entscheidenden Beitrag zu der Blutversorgung des Gehirns leistet. Aus genau diesem Grund können Verletzungen im Bereich der oberen Halswirbelsäule im Extremfall sogar ein lebensgefährliches Ausmaß annehmen. Auch bei anderen Nabeltieren wird die Bezeichnung „Atlas“ für den ersten Halswirbel verwendet.

Beim Menschen weist der Atlas an zwei Seiten eine deutliche Verdickung auf. Dieser Verdickungen werden als Massae laterales bezeichnet. Seitlich neben den beiden Massae laterales gibt es zwei kurze Fortsätze, die Processus transversi. Einen Dornfortsatz, wie er bei den anderen Wirbeln üblich ist, gibt es beim Atlas hingegen nicht. Anstatt dessen ist ein kleiner Höcker vorhanden, der an der gegenüberliegenden Seite des Atlas vorne ebenso anzutreffen ist.

Neben der gelenkigen Verbindung zum Axis gibt es auch eine gelenkige Verbindung mit dem Hinterhauptbein in Richtung des Schädels. Zwischen dem Atlas und Axis sitzt eine Bandscheibe, so dass es auch in diesem Bereich der Wirbelsäule zu einem Bandscheibenvorfall kommen kann, von dem jedoch nur wenige Patienten betroffen sind.

Der Atlas ist ein Bestandteil der Wirbelsäule

Mögliche Verletzungen und Entwicklungsstörungen des Atlas

Im Rahmen einer Entwicklungsstörung ist es möglich, dass der Atlas entweder in Teilen oder komplett mit dem Hinterhauptbein verwächst. Dies bedeutet, dass sich der Kopf der betroffenen Personen entsprechend nur (stark) eingeschränkt bewegen lässt. Schließlich wurde die gelenkige Verbindung durch eine Verwachsung ersetzt. Dann ist von einer Atlasassimilation die Rede.

Ein besonderer Bruch des C1-Ringes wird hingegen als Jefferson-Fraktur bezeichnet. Starke Kräfte wirken in Längsrichtung des Skeletts auf den Atlas ein, der daraufhin in vier Einzelteile gesprengt wird. Dies kann zum Beispiel bei einem unglücklichen Badeunfall passieren, bei dem der Betroffene einen Kopfsprung in einen flachen See macht. Neben Nacken- und Kopfschmerzen gehören neurologische Ausfälle zu den ersten Symptomen solch einer Verletzung.

Zusammenfassung

  • Der erste Halswirbel wird als Atlas sowie in der medizinischen Fachsprache einfach als C1 bezeichnet.
  • Zwischen dem Schädel und dem Atlas besteht eine gelenkige Verbindung über das Hinterhauptbein.
  • Auch zwischen dem ersten und dem zweiten Halswirbel, sprich zwischen dem Atlas und dem Axis, gibt es eine gelenkige Verbindung, da der Atlas in seiner Form an einen Ring erinnert, während der Axis stiftförmig ist.
  • Zwischen dem Atlas und dem Axis befindet sich eine Bandscheibe, so dass es zu einem Bandscheibenvorfall im Bereich der oberen Halswirbelsäule kommen kann, was in der Praxis jedoch eher selten der Fall ist. Verletzungen der oberen Halswirbelsäule können ein lebensgefährliches Ausmaß annehmen.
  • Der Atlas trägt den Kopf und ermöglicht dessen freie Beweglichkeit dank seiner speziellen Form sowie den beiden gelenkartigen Verbindungen.


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