Belastung

In der Physik wird eine Belastung als Kräfte, denen ein Bauteil ausgesetzt ist, definiert. Auch auf den Rücken können Belastungen wirken. Damit sind nicht nur Belastungen gemeint, die zum Beispiel dann entstehen, wenn eine Person ein Kind auf den Schultern oder einen schweren Gegenstand auf dem Rücken trägt. Vielmehr ist der Rücken auch dann Belastungen ausgesetzt, wenn die jeweilige Person eine physiologisch ungünstige Haltung einnimmt und zum Beispiel einen Rundrücken macht. Selbst das aufrechte Gehen belastet die Wirbelsäule.

Allerdings wurde die Wirbelsäule speziell so konzipiert, dass sie dieser Belastung gut standhalten kann. Dies ist auch die charakteristische S-Form zurückzuführen und die Tatsache, dass die Wirbelsäule auch von der umliegenden Muskulatur gestützt wird. Beim Heben, Gehen, Tragen, Laufen und Sitzen ist die Wirbelsäule immer wieder neuen Belastungen ausgesetzt. Fehlhaltungen sind dabei besonders problematisch, da sie die Wirbelsäule derart belasten, dass dies zum Beispiel zu einem Bandscheibenvorfall führen kann. Dies erklärt sich wie folgt:

Eine falsche Haltung führt dazu, dass die Bandscheiben stärker belastet werden
Eine Fehlhaltung sorgt außerdem dafür, dass die umliegenden Muskeln sich verkrampfen
Die verkrampften Muskeln können die Wirbelsäule weniger gut stützen
Auf die Dauer kann die Belastung der Bandscheiben dermaßen stark ausfallen, dass es zu einem Bandscheibenvorfall kommt

Um diesem Teufelskreis aus dem Weg zu gehen, ist es sinnvoll, die eigene Rücken- und Bauchmuskulatur gezielt zu stärken. Neben diesem Training wird der Besuch einer Rückenschule auch deshalb empfohlen, da die Teilnehmer dort lernen, wie sie ihren privaten und beruflichen Alltag besonders rückenfreundlich gestalten können. Orthopädische Einlagen können ebenso genutzt werden, um den Rücken bei alltäglichen Arbeitsabläufen weniger zu belasten. Möglicherweise sollte über die Umgestaltung des eigenen Computerarbeitsplatzes nachgedacht werden, um so die Belastung für den Rücken zu mindern.

Im Übrigen lässt sich die Belastung auf die Bandscheiben messen. Sie ist unter anderem vom Körpergewicht der betroffenen Person abhängig. Daher ist Übergewicht ebenfalls nicht gut für den Rücken. Denn bei einem Menschen, der 75 Kilogramm wiegt, werden die Bandscheiben im unteren Rücken beim Stehen mit rund 100 Kilogramm belastet. Wiegt die Person mehr, so nimmt die Belastung zu. Setzt sich die Person nun hin und macht das Kreuz nicht gerade, sondern verfällt in ein Hohlkreuz, so erhöht sich die Belastung für den Rücken bereits auf 140 Kilogramm. Bei einer Sitzposition mit Rundrücken beläuft sich der Belastungswert sogar auf 180 Kilogramm.

Zusammenfassung

  • Wenn im Zusammenhang mit der Wirbelsäule von einer Belastung die Rede ist, geht es um die Kräfte, die auf die Wirbelsäule samt Bandscheiben einwirken.
  • Selbst der aufrechte Gang stellt eine Belastung für den Rücken dar. Die S-förmige Wirbelsäule wurde jedoch so konzipiert, dass sie diesen Belastungen standhalten kann.
  • Das Tragen, Heben, Stehen, Gehen, Sitzen und Laufen belasten die Wirbelsäule außerdem.
  • Fehlhaltungen sowie ein erhöhtes Körpergewicht führen zu einer erhöhten Belastung.
  • Erhöhten Belastungen kann die Wirbelsäule nur eine begrenzte Zeit standhalten, bevor es zu einem Bandscheibenvorfall kommt, da die Bandscheiben zu lange übermäßig belastet worden sind.
  • Eine physiologisch günstige Haltung, rückenfreundliche Bewegungsabläufe sowie ein gezieltes Training der Rücken- und Bauchmuskulatur sorgen dafür, dass die Wirbelsäule nur in einem gesunden Maße belastet wird.


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