Brustwirbelsäule

Der mittlere Abschnitt der Wirbelsäule, der sich zwischen der Hals- und der Lendenwirbelsäule befindet, wird als Brustwirbelsäule bezeichnet. Die Abkürzung „BWS“ ist für die Brustwirbelsäule gebräuchlich. Eine menschliche Brustwirbelsäule setzt sich aus zwölf Wirbeln zusammen, die von Th1 bis Th12 durchnummeriert werden. „Th“ leitet sich von Thorax für Brustkorb ab. Eine gesunde Brustwirbelsäule weist eine nach hinten gebogene Form auf. Diese physiologisch günstige Haltung wird als Kyphose bezeichnet.

Es besteht eine Verbindung zwischen den Brustwirbeln und den Rippen. Zusammen mit den Rippen und dem Brustbein machen die Brustwirbel den Brustkorb aus. Die Stellung der Brustwirbel ist hinten erhöht. Die Dornfortsätze überlappen sich, wie es auch Dachziegel auf einem Häuserdach tun. Dies schützt den Brustkorb, da die Brustwirbelsäule aufgrund der Überlappung nicht einfach in die falsche Richtung gebogen werden kann. Neben den runden Wirbellöchern verfügen die Brustwirbel auch über spezielle Gelenkflächen, welche die Verbindung mit den Rippen ermöglichen.

Ein Rundrücken oder Buckel kann auf mehrere Ursachen zurückzuführen sein. Bei Osteoporose-Patienten können die Brustwirbel im Laufe der Zeit nicht nur instabil werden, sondern im schlimmsten Fall sogar brechen. Bei Jugendlichen sind Wachstumsstörungen wie Morbus Scheuermann für einen Rundrücken verantwortlich zu machen. Speziell der Übergang zwischen der Brust- und Lendenwirbelsäule ist bei einem Trauma sehr anfällig für eine Verletzung, da sich die Krümmungsrichtung der Wirbelsäule dort ändert.

Die Brustwirbelsäule hat einen großen Anteil an der Wirbelsäule

Bandscheibenvorfall der Brustwirbelsäule

Im Vergleich zu einem Bandscheibenvorfall der Lenden– und Halswirbelsäule treten Bandscheibenvorfälle der Brustwirbelsäule deutlich seltener auf. Nur rund zwei Prozent aller Bandscheibenvorfallpatienten sind von einem BWS-Bandscheibenvorfall betroffen. Das Tückische an den Symptomen eines BWS-Bandscheibenvorfalls ist, dass diese meist unspezifisch sind und vom Laien nicht als Symptome eines Bandscheibenvorfalls verstanden werden. Häufig haben die betroffen Patienten daher einen langen Leidensweg vor sich, bevor endlich ein BWS-Bandscheibenvorfall bei ihnen diagnostiziert wird. Folgende Symptome können auf einen Bandscheibenvorfall der Brustwirbelsäule hinweisen:

  • Herzstechen
  • Übelkeit und Schwindel
  • Fußhebeschwäche
  • Beinschmerzen
  • Gefühlsstörungen

Vielfach werden die Symptome eines BWS-Bandscheibenvorfalls zunächst mit Herz-, Lungen- oder Magenproblemen verwechselt.

Zusammenfassung

  • Der mittlere Abschnitt der Wirbelsäule, der sich zwischen der Hals- und der Lendenwirbelsäule befindet, wird als Brustwirbelsäule bezeichnet und als „BWS“ abgekürzt.
  • Eine gesunde Brustwirbelsäule weist eine nach hinten gebogene Form, die sogenannte Kyphose auf.
  • Die Brustwirbelsäule besteht aus zwölf Brustwirbeln (von Th1 bis Th12).
  • Zusammen mit den Rippen und dem Brustbein machen die Brustwirbel den Brustkorb aus.
  • Bandscheibenvorfälle im Bereich der Brustwirbelsäule sind sehr selten – sie machen nur zwei Prozent aller Bandscheibenvorfälle aus.
  • Osteoporose und Morbus Scheuermann (eine Wachstumsstörung) können bei älteren Menschen/ Jugendlichen zu einem Rundrücken (Buckel) führen.


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