Fersenstand

Neben dem Zehenstand, der auch als Zehenspitzenstand bekannt ist, handelt es sich beim Fersen- oder Hackenstand um einen weiteren, einfachen Funktionstest, den ein Arzt bei dem Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall sowie bei einem bereits diagnostizierten Bandscheibenvorfall zu (weiteren) Diagnosezwecken nutzen kann. Um diese Position einzunehmen, muss der Patient sein komplettes Gewicht auf seine Ferse/ den Hacken verlagern. Der vordere Fußballen und die Zehen heben dabei ab, so dass der Patient nur noch auf der Ferse steht.

Bei diesem Test geht es nicht darum, lange auf der Ferse zu stehen. Vielmehr überprüft der Arzt, ob die betroffene Person diese Position überhaupt einnehmen kann. Falls dem nicht oder nur eingeschränkt so ist, zeigt dies an, dass eine Fußheberschwäche vorliegt. Der Patient kann seinen Fuß einfach nicht weit genug heben, um den Fersenstand einzunehmen. Bei einem Bandscheibenvorfall wird diese Problematik durch einen eingeklemmten Ischiasnerv hervorgerufen.

Wie kann es bei einem Bandscheibenvorfall zu einer Fußheberschwäche kommen?

Längst nicht jeder Bandscheibenvorfall geht mit einer Fußheberschwäche einher. Ob es zu einer Fußheberschwäche kommt, hängt vor allem von dem Ausmaß des Bandscheibenvorfalls sowie von der betroffenen Region ab. In der Fachsprache wird eine Fußheberschwäche auch als Peroneuslähmung bezeichnet. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Nerv, der für das Anheben der Füße mitverantwortlich ist und diesen Vorgang steuert, der Nervus Peroneus, in diesem Fall Schaden genommen hat.

Neben einem Bandscheibenvorfall kann es auch durch einen Schlaganfall oder durch ein Schädel-Hirn-Trauma zu solch einem Nervenschaden kommen. Der Nervus Peroneus ist als ein Zweig des Ischiasnervs zu verstehen. Klemmt ein Bandscheibenvorfall nun die Nervenwurzel des Ischiasnervs ein, so führt dies nicht nur zu starken Schmerzen.

Auch der Fußheber kann dadurch gelähmt sein. Die Nervenimpulse, welche die Fußhebermuskulatur steuern sowie diese koordinieren, funktionieren somit nicht mehr wie vorgesehen. Die Muskeln können ihre Aufgabe beim Anheben des Fußes nicht mehr übernehmen, weil ihnen das Signal aus dem Gehirn fehlt, welches über die Nerven übermittelt wird.

Warum ist der Fersenstand ein so wichtiger Funktionstest?

Der beschriebene Kontrollverlust im Bereich der Fußhebermuskulatur macht das natürliche Abrollen unmöglich. Dies äußerst sich durch einem Fallfuß. Die betroffenen Patienten verfallen in einen Steppergang, bei dem Sie die Beine beim Gehen deutlich höher anheben müssen, damit ihre Füße nicht am Boden entlang schleifen. Durch die mangelnde Kontrolle über die Fußhebermuskulatur erhöht sich das Risiko von Stürzen und weiteren Verletzungen.

Wird eine solche Einschränkung nicht rechtzeitig erkannt, so kann es zu einer dauerhaften Nervenschädigung kommen. Diese würde sich wiederum negativ auf die gesamte Physiologie des Körpers auswirken, da die Patienten dann dauerhaft nur noch eine sehr unnatürliche Gangart einnehmen könnten. Nicht nur deshalb ist der Fersenstand so wichtig. Denn wenn der Fersenstand einen Nervenschaden anzeigt, dann weiß der Arzt auch in etwa, wo sich der Bandscheibenvorfall bei einem Bandscheiben-Patienten ereignet hat.

Beim L5-Syndrom wird die fünfte Nervenwurzel abgequetscht. Dies führt zu Schmerzen, die bis in den Unterschenkel und in Extremfällen sogar bis in den großen Zeh ausstrahlen. Taubheitsgefühle können ebenso auftreten. Das Anheben der Zehen und Füße ist häufig nicht möglich. Auch den Fersenstand können die Patienten nur eingeschränkt oder gar nicht einnehmen. Besonders beim L5-Syndrom ist der Fersenstand daher ein wichtiges Diagnosetool.

Zusammenfassung

  • Beim Fersenstand handelt es sich, genau wie beim Zeckenstand auch, um einen Funktionstest.
  • Bei dem auch als Hackenstand bezeichneten Test versuchen die Betroffenen, sich auf ihre Ferse oder die Hacke zu stellen, indem sie die Zehen und den Vorderfuß vom Boden abheben.
  • Wenn die Patienten den Fersenstand nicht oder nur eingeschränkt einnehmen können, weist dies im Zusammenhang mit einem Bandscheibenvorfall auf eine Nervenschädigung hin.
  • Diese Problematik tritt beim L5-Syndrom besonders häufig auf.
  • Ein Schlaganfall oder ein Schädel-Hirn-Trauma können ebenso dazu führen, dass die Patienten den Fersenstand nicht einnehmen können.


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