Kauda-Syndrom

Das Kauda-Syndrom ist in der Fachsprache der Mediziner auch als Cauda-Equina-Syndrom bekannt. Bei der Cauda equina handelt es sich um das Spinalnervengeflecht, was auf der Höhe der Lendenwirbelsäule an das Rückenmark anschließt. Beim Kauda-Syndrom werden diese Nerven im Bereich der Lendenwirbel L1 und L2 dermaßen stark geschädigt, dass es zu einem Querschnittssyndrom kommt, welches sowohl von Bandscheibenvorfällen als auch von Tumoren ausgelöst werden kann. Bei Neugeborenen kann eine Querschnittslähmung aufgrund einer Spina bifida auftreten. Auch Entzündungen und Wirbelfrakturen im Bereich der Lendenwirbelsäule können das Kauda-Syndrom nach sich ziehen.

Dieses Krankheitsbild geht mit den nachfolgenden Symptomen einher:

  • Reithosenanästhesie
  • Sensibilitätsstörungen
  • Schmerzen, die bis in den Unterschenkel ausstrahlen
  • Schlaffe Beinlähmung in den Bereichen, für deren Versorgung die in Mitleidenschaft gezogenen Nerven zuständig sind
  • Blase und Darm können ebenso von Lähmungen betroffen sein

Wenn das Kauda-Syndrom auftritt, liegt ein absoluter medizinischer Notfall vor. Nun gilt es die beschädigten Nerven schnellstmöglich zu retten. Dazu ist umgehend ein CT oder MRT erforderlich, um den Auslöser des Kauda-Syndroms genau lokalisieren und das Ausmaß der Tumore oder des Bandscheibenvorfalls abschätzen zu können. Anschließend sollte eine Operation so schnell wie möglich durchgeführt werden, um den Druck von den Nerven zu nehmen. Am besten wird die Operation binnen weniger Stunden ab dem Zeitpunkt, ab dem die eben genannten Symptome zum ersten Mal aufgetreten sind, durchgeführt. Sonst kann es leider zu spät sein und die Nervenschädigung ist möglicherweise nicht mehr rückgängig zu machen.

Abhängig von der Ursache für das Kauda-Syndrom stellt eine operative Therapie nicht die einzige Möglichkeit dar. Wenn Entzündungen für das Kauda-Syndrom verantwortlich sind, kann eine immunsuppressive oder antibiotische Behandlung ebenso infrage kommen. Eventuell kann der zuständige Arzt den Patienten auch zu einer Chemotherapie raten. Daher ist es so wichtig, dass die genaue Ursache für das Kauda-Syndrom über eines der genannten bildgebenden Verfahren abgeklärt wird.

Zusammenfassung

  • Das Kauda-Syndrom ist in der Fachsprache der Mediziner auch als Cauda-Equina-Syndrom bekannt.
  • Beim Kauda-Syndrom werden die Spinalnerven im Bereich der Lendenwirbel L1 und L2 dermaßen stark geschädigt, dass es zu einem Querschnittssyndrom kommt, welches sowohl von Bandscheibenvorfällen als auch von Tumoren, Wirbelfrakturen oder Entzündungen ausgelöst werden kann.
  • Bei Neugeborenen kann es aufgrund einer Spina bifida zu einer Querschnittslähmung kommen.
  • Eine Reithosenanästhesie, Sensibilitätsstörungen, Schmerzen, die bis in den Unterschenkel ausstrahlen, eine schlaffe Beinlähmung in den Bereichen, für deren Versorgung die in Mitleidenschaft gezogenen Nerven zuständig sind, sowie Lähmungen von Blase und Darm gehören zu den möglichen Symptomen.
  • Beim Kauda-Syndrom handelt es sich um einen medizinischen Notfall, der sofort behandelt werden sollte, um permanente Nervenschädigungen nach Möglichkeit zu vermeiden.


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