Kyphose

Wenn sich die Wirbelsäule nach hinten beugt, ist von einer Kyphose die Rede. Beugt sich die Wirbelsäule nach vorne, so ist von einer Lordose, die das Gegenstück zur Kyphose darstellt, die Rede. Eine übermäßige Kyphose wird im Volksmund einfach als Buckel bezeichnet. Dabei gibt es durchaus Abschnitte der Wirbelsäule, wo die Kyphose der gesunden, physiologisch günstigen Haltung entspricht: Dies ist im Bereich der Brustwirbelsäule (Brustkyphose) sowie im untersten Abschnitt der Wirbelsäule der Fall.

Die Kyphose im Bereich des Kreuzbeins wird auch als Sakralkyphose sowie als kleine Kyphose bezeichnet. Ist die Kyphose im Bereich der Brustwirbelsäule krankhaft verstärkt, so ist von einem Rundrücken die Rede. Der medizinische Fachausdruck dafür lautet Hyperkyphose, während im Lateinischen von einem „Gibbus“ die Rede ist.

Wie kommt es zu einer Kyphose?

Eine krankhafte Kyphose kann sich entwickeln, weil die Patienten auf Dauer eine falsche Körperhaltung einnehmen oder sich schlichtweg zu wenig bewegen. Dies führt zu einer Entwicklungsstörung der Rückenmuskulatur, die sich negativ auf die Wirbelsäule auswirkt. Zunächst einmal reicht ein entsprechendes Training demnach aus, um gegen die Kyphose anzugehen. Je länger die Kyphose ungehindert voranschreiten kann, desto eher handelt es sich um eine dauerhafte Schädigung des Rückens, die nicht reversibel ist.

Auch ältere Menschen sind häufig von einer Kyphose betroffen, da ihre Wirbelkörper im Rahmen einer Osteoporose brechen können, was in der Folge zu der Kyphose führt. Morbus Scheuermann, Arthritis und Morbus Bechterew gehören zu den weiteren möglichen Auslösern einer Kyphose. Ebenfalls kann es im Anschluss an einen Bandscheibenvorfall zu einer Kyphose kommen, die dann auf eine falsche Belastung zurückzuführen ist. Der sogenannte Cobb-Winkel wird als Maß herangezogen, um die Schwere der Kyphose beurteilen zu können. Ein Winkel von 30 bis 50 Grad entspricht der Norm.

Mögliche Behandlungsmethoden

Die Schwere der Kyphose entscheidet darüber, welche Behandlung erforderlich ist. Häufig reicht es, die Kyphose konservativ, zum Beispiel mit Sport, zu behandeln und den Cobb-Winkel zu überwachen. Allerdings kann eine Kyphose auch mit den folgenden Symptomen einhergehen, woraufhin weitere Therapiemaßnahmen erforderlich werden:

  • Probleme mit der Atmung
  • Verdauungsschwierigkeiten
  • Starke Schmerzen
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • Neurologische Einschränkungen
  • Eine deutlich kürzere Lebenserwartung

In besonders schweren Fällen kann zur Behandlung einer Kyphose daher eine Spondylodese erforderlich werden. Bei dieser Operation werden mehrere Wirbelkörper versteift, um die gesunde Position der Wirbelsäule wieder herstellen zu können. Korsetts und spezialisierte Krankengymnastik gehören zu den weiteren Behandlungsmöglichkeiten.

Zusammenfassung

  • Wenn die Wirbelsäule nach hinten gebeugt ist, ist von einer Kyphose die Rede.
  • Eine Kyphose im Bereich der Brustwirbelsäule (Brustkyphose) sowie im unteren Bereich der Wirbelsäule/ im Bereich des Kreuzbeins (Sakralkyphose oder kleine Kyphose) entspricht der physiologisch günstigen Haltung.
  • Ist die Kyphose im Bereich der Brustwirbelsäule krankhaft verstärkt, so ist von einem Rundrücken die Rede. Abhängig von der Schwere der sogenannten Hyperkyphose muss der Rundrücken mit einem Korsett, spezieller Krankengymnastik oder operativ behandelt werden.
  • Im schlimmsten Fall kann sich eine krankhafte Kyphose erheblich negativ auf die Lebensqualität der betroffenen Personen auswirken und die Lebenserwartung der Patienten merklich verkürzen.
  • Eine Fehlhaltung als Folge eines Bandscheibenvorfalls kann ebenso zu einer Kyphose führen.


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