L1

Mit der Abkürzung „L1“ ist der erste von insgesamt fünf Wirbeln der Lendenwirbelsäule gemeint. Bei den Lendenwirbeln handelt es sich um die größten Segmente, die zum beweglichen Teil der Wirbelsäule gehören. Die Abkürzung „L“ steht dabei nicht nur für die Lendenwirbelsäule, sondern auch für den medizinischen Fachausdruck „Lumbar vertebra.“ Die Krümmung der Wirbelsäule sorgt dafür, dass eine besonders hohe Belastung auf den Wirbel L1 ausgeübt wird. Daher kommt es in dieser Region der Wirbelsäule häufig zu Bandscheibenvorfällen, während die Brustwirbelsäule beispielsweise nur sehr selten betroffen ist.

Der L1-Wirbelkörper weist in etwa eine zylindrische Form auf. Gemeinsam mit den anderen Wirbeln von L2 bis L5 sind der L1-Wirbel und somit die Lendenwirbelsäule als Ganzes dafür verantwortlich, das Gewicht des Rumpfes zu tragen. Diese Last wird an das Kreuzbein weitergegeben. Bei einem Bandscheibenvorfall im Bereich von einem der ersten beiden Lendenwirbel ist von dem sogenannten L1- oder L2-Syndrom die Rede. Dass es zu L1- oder L2-Nervenwurzelreizungen kommt, ist sehr selten. Nur bei etwa einem Prozent der Patienten wird dies zum Problem.

L1 ist der erste von fünf Wirbeln der Lendenwirbelsäule

Bandscheibenvorfälle, welche die Nervenwurzel im Bereich des vierten oder fünften Lendenwirbels reizen, treten in der Praxis wesentlich häufiger auf. Doch auch eine L1-Nervenwurzelreizung kann Schmerzen im Bereich der Leistengegend verursachen und zu Taubheitsgefühlen führen. Leistenschmerzen sind meist nicht auf einen Bandscheibenvorfall zurückzuführen. Viel öfter wird dieser Schmerz von einem blockierten Kreuzdarmbeingelenk oder von einer Arthrose der Hüfte ausgelöst. Sofern bei einem L1-Bandscheibenvorfall ein Taubheitsgefühl zum Problem wird, muss dies nicht zwangsläufig bedeuten, dass eine Operation unumgänglich ist. Dies hängt von dem Grad der Nervenwurzelreizung ab und, ob größere Nervenschäden nur durch einen operativen Eingriff vermieden werden können. In den meisten Fällen genügt eine konservative Therapie.

Zusammenfassung

  • Die Abkürzung „L1“ bezeichnet den ersten von fünf Lendenwirbeln beim Menschen.
  • Wenn es im Bereich des ersten Lendenwirbels zu einem Bandscheibenvorfall kommt, der eine Nervenwurzelreizung nach sich zieht, ist vom L1-Syndrom die Rede.
  • Nervenwurzelreizungen im Bereich der L1-Nervenwurzel treten nur selten auf. Auch wenn die Wirbelsäule in diesem Bereich aufgrund ihrer besonderen Krümmung erheblichen Belastungen ausgesetzt ist, werden Bandscheibenvorfälle im Bereich der L4- und L5-Wirbel wesentlich häufiger zum Problem.
  • In den meisten Fällen kann das L1-Syndrom konservativ therapiert werden.
  • Das L1-Syndrom kann zu einem Taubheitsgefühl sowie Schmerzen in der Leistengegend führen. Häufiger sind derartige Leistenschmerzen auf ein blockiertes Kreuzdarmbeingelenk oder eine Arthrose der Hüfte zurückzuführen, so dass selbst starke Leistenschmerzen kein eindeutiges Indiz für einen L1-Bandscheibenvorfall darstellen.

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