L4

Die Abkürzung „L4“ verweist auf den vierten von insgesamt fünf Lendenwirbeln beim Menschen. Die Krümmung der Wirbelsäule sorgt an dieser Stelle der Lendenwirbelsäule dafür, dass es häufig zu Bandscheibenvorfällen kommt. Während der fünfte Lendenwirbel, L5, ebenfalls eine hohe Anfälligkeit für Bandscheibenvorfälle aufweist, werden Bandscheibenvorfälle der ersten drei Lendenwirbel (L1 bis L3) deutlich seltener zum Problem. Sofern es aufgrund des Bandscheibenvorfalls zu einer Nervenwurzelreizung in diesem Abschnitt der Lendenwirbelsäule kommt, ist vom L4-Syndrom die Rede.

Der L4 am Modell der Wirbelsäule

Eine Irritierung der vierten Nervenwurzel im Bereich der Lendenwirbelsäule bedeutet für die betroffenen Patienten, dass ihre Schmerzen nicht nur bis zum Oberschenkel, sondern bis zu ihrem Knöchel ausstrahlen können. Auch Taubheitsgefühle können in den genannten Regionen zum Problem werden. Der große Oberschenkel, der sogenannte Quadriceps-Muskel ist oft geschwächt. Dies zieht gleichzeitig eine Abschwächung des Kniescheibensehnenreflexes nach sich, der als Eigenreflex nicht nur ein wiederholtes Auslösen des Reflexes, wohl aber durch eine Störung oder Krankheit abgeschwächt werden kann. Eine Lähmung des Fußhebermuskels geht mit dem L4-Syndrom häufig einher.

Um zu prüfen, ob es sich bei einem Bandscheibenvorfall um das besagte L4-Syndrom handeln könnte, kann der zuständige Arzt nicht nur versuchen, den Kniescheibensehnenreflex auszulösen und dabei eine entsprechende Schwäche feststellen. Auch eine Schwäche des Fußhebermuskels weist auf die Möglichkeit eines L4-Bandscheibenvorfalls hin. Sofern nicht nur Taubheitsgefühle, sondern auch Lähmungserscheinungen auftreten, kann aus solch einem Bandscheibenvorfall schnell ein medizinischer Notfall werden.

Damit die Lähmungserscheinungen möglichst nicht von Dauer sind, muss sich der Patient womöglich einer Operation unterziehen, damit die Nervenwurzel nicht weiter durch die ausgetretene Bandscheibenmasse in Mitleidenschaft gezogen wird. Dies hängt jedoch von dem Ausmaß der Nervenwurzelreizung ab. Da sich die meisten Bandscheibenvorfälle sehr gut konservativ therapieren lassen, kann nur der zuständige Arzt entscheiden, ob eine Operation zur Entfernung der störenden Bandscheibenmasse zwingend erforderlich ist.

Zusammenfassung

  • Die Abkürzung „L4“ verweist auf den vierten von insgesamt fünf Lendenwirbeln beim Menschen.
  • Die Krümmung der Wirbelsäule sorgt an dieser Stelle der Lendenwirbelsäule dafür, dass es häufig zu Bandscheibenvorfällen kommt.
  • Sofern es aufgrund des Bandscheibenvorfalls zu einer Nervenwurzelreizung in diesem Abschnitt der Lendenwirbelsäule kommt, ist vom L4-Syndrom die Rede.
  • Das L4-Syndrom ist von Schmerzen, die bis in die Vorderseite des Oberschenkels sowie zum jeweiligen Innenknöchel ausstrahlen, gekennzeichnet.
  • Taubheitsgefühle in den genannten Bereichen und eine Lähmung des Fußhebermuskels können auftreten.
  • Bei Lähmungserscheinungen kann aus einem Bandscheibenvorfall schnell ein medizinischer Notfall werden, der eines operativen Eingriffs bedarf. Ob ein L4-Bandscheibenvorfall konservativ therapiert werden kann, kann nur vom zuständigen Arzt in Anbetracht des Ausmaßes der Nervenwurzelreizung entschieden werden.


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