Mikroskopische Bandscheiben Operation

Bei der Behandlung eines Bandscheibenvorfalls wird nach Möglichkeit auf einen operativen Eingriff verzichtet. Die konservative Behandlung setzt vor allem auf eine (Schmerz-) Medikamententherapie gepaart mit Physiotherapie. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen sich ein operativer Eingriff nicht vermeiden lässt. Während es sich bei einer Operation (auch OP oder Op. genannt) um einen chirurgischen Eingriff handelt, kann dieser auf verschiedene Arten und Weisen durchgeführt werden.

Während bei einem Kaiserschnitt beispielsweise ein größerer Schnitt gesetzt werden muss, gibt es viele operative Eingriffe, die minimal-invasiv mit wenigen kleinen Schnitten mittels modernster Gerätschaften durchgeführt werden können. Dazu gehört eine sogenannte mikroskopische Operation, die auch als mikroskopische Bandscheiben-OP durchgeführt werden kann. Minimal-invasiv wird dieser Eingriff vor allem deshalb bezeichnet, da die spezielle Operationsmethode dafür sorgen soll, dass das umliegende Gewebe möglichst wenig geschädigt wird. Ein Operationsmikroskop kommt bei einem derartigen Eingriff zum Einsatz.

Nähere Informationen zum Operationsmikroskop

Ein Operationsmikroskop kommt in der Mikro- sowie in der minimal-invasiven Chirurgie zum Einsatz. Die Vergrößerung beläuft sich auf das 6- bis 40-Fache, sprich auf einen vergleichsweise geringen Vergrößerungswert im Vergleich zu vielen anderen Mikroskopen. Dennoch kann im Vergleich zu einer Lupenbrille eine deutlich bessere Vergrößerung erreicht werden.

Das Mikroskop liefert ein aufrechtes 3D-Bild. Dieses Hilfsmittel kommt bei Operationen in fast allen medizinischen Fachrichtungen und somit nicht nur bei Operationen im Bereich der Bandscheiben zum Einsatz. Zum ersten Mal wurde ein Operationsmikroskop im Jahr 1921 von Carl Olof Siggesson Nylen verwendet. Neben der höheren Vergrößerung weist ein Operationsmikroskop gegenüber einer herkömmlichen Lupenbrille auch die nachfolgenden Vorteile auf:

  • Ein besonders ruhiges Operationsfeld
  • Sowohl der operierende Arzt als auch sein Assistent können sich dasselbe Operationsfeld auch aus einer gewissen Ferne anschauen
  • Sehr gute Ausleuchtung des Operationsgebiets
  • Verschiedene Fokussierungen bei Bedarf möglich

Noch dazu kann ein Operationsmikroskop mit einem Kamerasystem ausgestattet werden. Dies geht mit dem handfesten Vorteil einher, dass digitale Vergrößerungen möglich sind. Außerdem kann die Operation auf diese Art und Weise dokumentiert werden, während die Übertragung der Live-Aufnahmen (zum Beispiel zu Schulungszwecken) auf weitere Monitore zeitgleich möglich ist.

Mikroskopische Bandscheibenoperation

Dieser minimal-invasive Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt. Zunächst wird der zuständige Chirurg verschiedene bildgebende Verfahren einsetzen, um sich über die Anatomie des Patienten zu informieren und herauszufinden, wo der circa zwei Zentimeter lange Schnitt, der für diese Operation erforderlich ist, gesetzt werden sollte. Mittels des Operationsmikroskops ist der Operateur anschließend dazu in der Lage, genau zu erkennen, wie viel Gewebe er entfernen muss, damit der eingeklemmte Nerv nicht mehr komprimiert wird.

Die hervorgetretenen Bandscheibenanteile können dann entfernt werden. Die bisher betroffene Nervenstruktur wird somit mechanisch entlastet. Das Risiko, dass Nervengewebe bei diesem Eingriff verletzt werden könnte, fällt ausgesprochen gering aus. Dieses schonende Vorgehen trägt dazu bei, dass die Patienten im Anschluss an die Operation schnell wieder auf die Beine kommen. Denn das Operationstrauma fällt aufgrund des kleinen Schnitts eher gering aus. Der Eingriff, bei dem der Patient in Bauchlage auf dem OP-Tisch liegt, dauert meist nur eine Stunde.

Meist können die Patienten schon am nächsten Tag aufstehen, wobei sie bereits wenige Stunden nach dem Eingriff mit Hilfe des Krankenhauspersonals mobilisiert werden. Schmerzmittel sind im Anschluss an die Operation nur in geringen Maßen oder gar nicht notwendig. Wenn es um eine möglichst schnelle und reibungslose Genesung geht, gilt diese Form der Bandscheibenoperation daher als ein „Golden Standard.“

Dennoch wird solch eine Operation meist erst bei neurologischen Ausfallerscheinungen (zum Beispiel Lähmungen) oder dann, wenn die konservative Therapie nicht erfolgreich war, durchgeführt. Vor allem bei Bandscheibenvorfällen im Bereich der Halswirbelsäule kommt dieses Verfahren häufig zum Einsatz. Auch Bandscheibenvorfälle der Lendenwirbelsäule lassen sich auf diese Art und Weise behandeln.

Zusammenfassung

  • Bei einer mikroskopischen Operation handelt es sich um ein minimal-invasives Operationsverfahren, das bei verschiedenen Erkrankungen zum Einsatz kommt.
  • Bandscheiben-Operationen können ebenfalls auf diese Art und Weise durchgeführt werden. Dies geschieht jedoch nur bei einer absoluten Notwendigkeit (zum Beispiel wenn Lähmungen drohen) oder, falls die konservative Therapie nicht erfolgreich war.
  • Bei einer mikroskopischen Operation wird ein Operationsmikroskop mit einer bis zu 40-fachen Vergrößerung verwendet.
  • Es ist lediglich ein kleiner Schnitt notwendig, um den Eingriff binnen circa einer Stunde mittels Vollnarkose durchzuführen.
  • Bei einer mikroskopischen Bandscheiben-OP hilft das Operationsmikroskop dem Operateur dabei, genau zu erkennen, in welchem Umfang die hervortretende Bandscheibe entfernt werden muss, damit der Nerv nicht weiter komprimiert wird.
  • Dieses Verfahren ist nicht nur aufgrund des kleinen Schnitts als minimal-invasiv zu bezeichnen. Vielmehr wird auch das Gewebe im Bereich des Rückens geschont, da die hervortretende Bandscheibe nur in dem Umfang entfernt wird, wie dies unbedingt erforderlich ist. Das Risiko eines Nervenschadens wird somit minimiert.
  • Die Patienten erholen sich meist recht schnell von diesem Eingriff. Sie nehmen (wenn überhaupt) nur kurzfristig Schmerzmittel ein und können häufig schon am nächsten Tag wieder aufstehen.
  • Bandscheibenvorfälle, die sich im Bereich der Hals- oder der Lendenwirbelsäule ereignet haben, können gleichermaßen mittels dieses Verfahrens operiert werden.


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