Patellarsehnenreflex

Der Patellarsehnenreflex ist auch unter den folgenden Namen bekannt:

  • Kniescheibenreflex
  • PSR
  • Quadricepsreflex
  • Quadricepssehnenreflex
  • „knee jerk reflex“ oder „patellar reflex“ im Englischen

Beim Patellarsehnenreflex handelt es sich um einen Reflex, der durch einen leichten Schlag gleich unterhalb der Kniescheibe, die als Patellar bezeichnet wird, ausgelöst werden kann. Der Schlag auf die Patellarsehne unterhalb der Kniescheibe führt dazu, dass sich der große Oberschenkelmuskel, der M. Quadriceps femoris, zusammenzieht, so dass der Unterschenkel anschließend reflexartig in die Höhe schnellt. Der Patellarsehnenreflex ist ein sogenannter Eigenreflex. Das soll bedeuten, dass der Reiz und die Reaktion auf das gleiche Körpersystem zurückzuführen sind.

Wie kann der Patellarsehnenreflex ausgelöst werden?

Um den Patellarsehnenreflex auszulösen, nimmt der Patient am besten auf einer Arztliege oder einem Krankenbett Platz. Er sollte seine Beine dabei frei schwingen können. Nun nimmt der Arzt einen speziellen Reflexhammer zur Hand, um damit auf die Patellarsehne zu schlagen. Dies sollt den bereits angesprochenen Reflex auslösen. Dabei ist wichtig zu wissen, dass Eigenreflexe im Laufe der Zeit nicht schwächer werden und auch nicht ausbleiben, sofern kein gesundheitliches Problem vorliegt.

Selbst wenn der Arzt den Patellarsehnenreflex im Abstand von wenigen Sekunden mehrmals auslöst, sollte der Unterschenkel erneut auf die gleiche Art und Weise in die Höhe schnellen. Sofern dies nicht der Fall ist, da der Reflex schwächer wird oder einfach nicht mehr ausgelöst werden kann, ist dies ein Indiz für ein gesundheitliches Problem. Um mögliche Unterschiede bei der Auslösung dieses Eigenreflexes feststellen zu können, ist es sinnvoll, wenn der Patellarsehnenreflex auf beiden Seiten überprüft wird.

Bei Menschen, die im Bereich des dritten Lendenwirbels von einem Bandscheibenvorfall betroffen sind, kann der Patellarsehnenreflex nicht ausgelöst werden. Das Auslösen des Patellarsehnenreflexes ist somit als wichtiges Diagnosetool zu verstehen. Sofern der Patellarsehnenreflex bei einer bettlägerigen Person überprüft werden soll, wird ihr Bein dazu im Bereich der Kniekehle leicht angehoben. Allerdings ist in dieser Position von einem weniger ausgeprägten Reflexverhalten auszugehen.

Zusammenfassung

  • Beim Patellarsehnenreflex handelt es sich um einen Reflex, der durch einen leichten Schlag kurz unterhalb der Kniescheibe, die als Patellar bezeichnet wird, ausgelöst werden kann.
  • Solch ein Schlag führt zu einer Kontraktion der großen Oberschenkelmuskulatur, die eine reflexartige Streckung des Unterschenkels nach sich zieht.
  • Beim Patellarsehnenreflex handelt es sich um einen Eigenreflex, der daher bei mehrmaligem Auslösen im Abstand von wenigen Sekunden weder schwächer werden noch ganz ausbleiben sollte.
  • Bei einem Bandscheibenvorfall im Bereich des dritten Lendenwirbels kann der Patellarsehnenreflex nicht ausgelöst werden. Das Auslösen des Patellarsehnenreflexes ist daher ein wichtiges medizinisches Diagnosetool.


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