Reflexe

Wenn ein Reflex ausgelöst wird, reagiert der Körper unwillkürlich auf einen Reiz, der von außen an ihn herantritt. Diese sehr rasche Reaktion geht vom Nervensystem aus. Angeborene Reflexe dienen häufig dem Schutz des Organismus oder dessen Überleben. Dabei setzt ein Reflex die folgenden Fähigkeiten voraus:

  1. Der Organismus kann etwas wahrnehmen
  2. Das Wahrgenommene kann automatisch verarbeitet werden
  3. Die Muskeln, Nerven und Sinnesorgane spielen so zusammen, dass es zu einer reflexartigen Reaktion kommt, die zu dem jeweiligen Reiz passt

Während diese Beschreibung auf die verschiedensten Arten von Reflexen zutrifft, wird zwischen den folgenden Arten von Reflexen unterschieden:

  • Unbedingte/ Angeborene/ Unkonditionierte Reflexe
  • Konditionierte/ bedingte Reflexe
  • Eigenreflexe
  • Fremdreflexe
  • Primitive/ Frühkindliche Reflexe
  • Koordinierte Reflexbewegungen

Nähere Erläuterungen zu den verschiedenen Arten von Reflexen

Primitive oder frühkindliche Reflexe sind Reflexe, die dem Überleben des Säuglings dienen, bei älteren Kindern oder Erwachsenen hingegen nicht mehr zu beobachten sind. Wird eine Gruppe von Muskeln durch einen äußerten Reiz aktiviert, so kann es zu einer koordinierten Reflexbewegung kommen. Der Saugreflex eines Säuglings, der an die mütterliche Brust angelegt wird, stellt ein gutes Beispiel für solch einen Reflex dar.

Angeborene Reflexe sind Reaktionsweisen, die ab der Geburt im Menschen angelegt sind oder zumindest in ihm schlummern und während seiner Reifung in Erscheinung treten. Der Reflex, das Augenlid zu schließen, wenn die Sonne blendet oder die Person Wasser oder eine andere Substanz in ihr Auge bekommt, ist solch ein Reflex. Ebenso gibt es konditionierte Reflexe, die eben nicht angeboren sind, sondern erst im Laufe des Lebens erlernt werden. Hunde können beispielsweise solch ein reflexartiges Verhalten an den Tag legen, wenn sie das Läuten einer Glocke mit Futter assoziieren, so dass ihr Speichelfluss in Vorfreude auf die bevorstehende Mahlzeit bei ihnen reflexartig einsetzt. Für diese Art von Hunde-Experimenten ist der aus Russland stammende Wissenschaftler Pawlow weltbekannt.

Zudem gilt es zwischen Eigen- und Fremdreflexen zu unterscheiden. Bei einem Eigenreflex ist es so, dass der Reiz und die reflexartige Antwort von dem gleichen Organ ausgehen. Ein Schlag auf eine bestimmte Stelle unterhalb des Knies löst bei einem gesunden Menschen zum Beispiel eine reflexartige Bewegung des Knies aus. Sofern der Reiz über ein Organ wahrgenommen wird, ein anderes Organ jedoch auf den Reiz reagiert, ist von Fremdreflexen die Rede. Eine der Besonderheiten von Eigenreflexen besteht darin, dass es bei einer Wiederholung des Reizes zu keinem abgeschwächten oder ausbleibenden Reflexverhalten kommt. Sofern dies dennoch der Fall ist, ist dies ein Indikator, dass irgendeine Störung oder Krankheit vorliegt. Falls der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall besteht, kann sich der behandelnde Arzt dieses Wissen zu Nutze machen, da solch ein Vorfall zu einem verminderten oder gänzlich ausbleibenden Reflex führen kann.

Zusammenfassung

  • Wenn ein Reflex ausgelöst wird, reagiert der Körper unwillkürlich sowie blitzschnell auf einen Reiz, der von außen an ihn herantritt.
  • Das Reflexverhalten dient zum Schutz des jeweiligen Organismus und soll dessen Überleben sichern.
  • Angeborene, konditionierte, Eigenreflexe, Fremdreflexe, frühkindliche Reflexe sowie koordinierte Reflexbewegungen sind voneinander zu unterscheiden.
  • Da Eigenreflexe nicht ermüden, können diese Reflexe bei dem Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall getestet werden. Ein solcher Vorfall kann schließlich zu einer Ermüdung oder einem gänzlichen Ausbleiben der zu erwartenden Eigenreflexe führen. Verschiedene Reflextests sind dem zuständigen Arzt somit bei der Diagnosestellung behilflich.


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