Schonhaltung

Eine Schonhaltung bezeichnet eine Körperhaltung, welche Menschen, die Schmerzen haben, einnehmen, um diese zu lindern. Diese Haltung sorgt dafür, dass die Organe oder Muskulatur, von denen die Schmerzen ausgehen, entlastet werden. Allerdings führt eine Schonhaltung an anderer Stelle im Körper zu einer Verkrampfung der Muskulatur.

Eine Schonhaltung bedeutet, dass der Betroffene eine physiologisch ungünstige Haltung einnimmt. Bei Bandscheibenvorfall-Patienten äußert sich die Schonhaltung häufig wie folgt: Sie gehen langsam und entweder zur Seite oder nach vorne gebeugt. Da das austretende Bandscheibengewebe bei einem Bandscheibenvorfall auf die Nerven drückt, verspricht eine Schonhaltung Linderung: Die Patienten beugen sich so, dass das Gewebe nicht mehr so stark auf ihr Rückenmark drücken kann.

Warum ist eine Schonhaltung problematisch?

Durch die gebeugte Haltung, werden die Muskeln in anderen Körperregionen übermäßig beansprucht. Beispielsweise sind verspannte Oberschenkelmuskeln eine typische Folge einer länger andauernden Schonhaltung bei einem Bandscheibenvorfall. Je länger die Schonhaltung eingenommen wird, desto mehr verkrampft die Muskulatur. Diese Verkrampfungen sind ebenfalls sehr schmerzhaft.

Wie kann eine Schonhaltung vermieden werden?

Um eine Verkrampfung der Muskulatur bedingt durch eine Schonhaltung zu vermeiden, ist die zeitnahe Schmerzmittelgabe ratsam. Auch krampflösende Medikamente kommen zur Muskelentspannung zum Einsatz. Die Arzneien befreien die Betroffenen ganz oder zumindest in einem erheblichen Ausmaß von ihren Schmerzen. Somit können sie eine (fast) normale Körperhaltung einnehmen. Dies ist nicht nur wichtig, um die Entstehung weiterer Schmerzen zu vermeiden.

Eventuell sind physiotherapeutische Maßnahmen erforderlich, um die erforderliche Muskelentspannung herbeizuführen. Dies gilt besonders dann, wenn die Patienten schon sehr lange eine Schonhaltung eingenommen haben. Auch Massagen bieten sich dann an, um zum Beispiel die verspannte Beinmuskulatur zu entspannen.

Nur wenn die Betroffenen wieder eine normale Haltung einnehmen, können sie sich physisch betätigen und die erforderlichen Rückenübungen machen. Dies ist wichtig, da ein resistentes Muskelkorsett die Wirbelsäule stützt. Eine gut trainierte Rückenmuskulatur ist eines der besten Mittel, um (weiteren) Bandscheibenvorfällen vorzubeugen.

Zusammenfassung

  • Eine Schonhaltung ist eine physiologisch ungünstige Körperhaltung, die der Betroffene einnimmt, um seine Schmerzen bei einer Krankheit oder Verletzung zu lindern.
  • Gleichzeitig führt eine Schonhaltung zu Muskelverspannungen an anderer Stelle im Körper.
  • Bandscheibenvorfall-Patienten gehen häufig sehr langsam und zur Seite oder noch vorne gebeugt.
  • Diese Schonhaltung führt zu Verkrampfungen in den Oberschenkeln und anderen Muskelgruppen.
  • Krampflösende Arzneien, Schmerzmittel und physiotherapeutische Maßnahmen kommen zum Einsatz, um gegen eine Schonhaltung vorzugehen oder ihr vorzubeugen.
  • Eine Schonhaltung ist für den Heilungsprozess bei einem Bandscheibenvorfall nicht förderlich.
  • Eine zeitnahe Medikamententherapie wird empfohlen, damit die Patienten nur möglichst kurz in eine Schonhaltung verfallen.


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