Sequester

Wenn ein Teil eines Organs bereits abgestorben ist, wird er als Sequester bezeichnet. Dieser Teil ist auch als „nekrotischer Teil“ bekannt. Ein Sequester ist deutlich von dem gesunden Gewebe zu unterscheiden. Da ein Sequester einer raschen und unkomplizierten Wundheilung im Weg steht, stößt der Körper das abgestorbene Gewebe im Idealfall ab. Teilweise ist es sogar erforderlich, den Sequester zu entfernen, da das abgestorbene Gewebe zu sehr schmerzhaften Beschwerden führen kann.

Bei einer Knochenmarksentzündung kann ein bereits abgestorbenes Knochenstück beispielsweise als Sequester bezeichnet werden. Sofern die Abstoßungsreaktion des Körpers nicht korrekt funktioniert und das tote Knochenstück dem Patienten weiterhin Beschwerden bereitet, wird ein operativer Eingriff unumgänglich. Bei dieser Operation handelt es sich um eine sogenannte Sequestrotomie.

Sequester im Bereich der Bandscheibe

Auch bei einem Bandscheibenvorfall kann es zu einem Sequester kommen. Sie werden vor allem im Bereich der Hals- sowie der Lendenwirbelsäule zum Problem. Damit sich ein Sequester im Bereich der Bandscheibe bilden kann, muss der Faserring, der den gallertartigen Bandscheibenkern umgibt, zunächst reißen. Dann kann der Kern zumindest teilweise austreten. Wenn die Bandscheibenmasse nun so durch den gerissenen Faserring herausgedrückt wird, dass sie von dem übrigen Gewebe komplett abgetrennt wird, entsteht ein Sequester der Bandscheibe.

Dieser Sequester kann nun auf die umliegenden Nerven drücken und abhängig von dem Wirbel, auf dessen Höhe der Sequester auftritt, zu unterschiedlichen Problemen bis hin zu Lähmungserscheinungen und Inkontinenz führen. Sofern solch extreme Beschwerden auftreten, handelt es sich um einen medizinischen Notfall. Dieser ist sofort operationsbedürftig, um einer dauerhaften Nervenschädigung (gepaart mit lebenslanger Inkontinenz/ irreversiblen Lähmungserscheinungen) nach Möglichkeit aus dem Weg zu gehen. Ob sich ein Sequester der Bandscheibe gebildet hat, verrät ein Blick auf die diagnostischen Aufnahmen, die mittels eines bildgebenden Verfahrens wie einem MRT oder CT von der Wirbelsäule des Patienten gemacht worden sind.

Ob eine konservative Therapie ausreicht oder ein operativer Eingriff erforderlich wird, hängt nicht nur von der Schwere der Beschwerden ab, sondern auch davon, ob die Abstoßungsreaktion des Körpers funktioniert. Sofern kein medizinischer Notfall eintritt, können die Patienten unter Beobachtung eines fachkundigen Arztes sowie bei einer gleichzeitigen Schmerz- und Physiotherapie bis zu mehrere Monate abwarten, bevor der Sequester möglicherweise operativ entfernt werden muss.

Zusammenfassung

  • Wenn ein Teil eines Organs bereits abgestorben ist, wird er als Sequester sowie als „nekrotischer Teil“ bezeichnet.
  • Ein Sequester ist deutlich von dem gesunden Gewebe zu unterscheiden.
  • Da ein Sequester einer raschen und unkomplizierten Wundheilung im Weg steht, stößt der Körper das abgestorbene Gewebe im besten Fall ab.
  • Wenn der Sequester nicht korrekt abgestoßen wird, wird eine Sequestrotomie, sprich eine Operation zur Entfernung des Sequesters, erforderlich, da das abgestorbene Gewebe zu sehr schmerzhaften Beschwerden führen kann.
  • Bandscheiben-Sequester treten vor allem im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule auf. Zu einem Bandscheiben-Sequester kommt es, wenn der Faserring gerissen ist und die ausgetretene Bandscheibenmasse von dem restlichen Bandscheibenkern abgetrennt wurde.

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