Skoliose

Bei einer Skoliose handelt es sich um eine Verformung der Wirbelsäule. Eine gesunde Wirbelsäule bildet aus der Vorderansicht betrachtet eine gerade Linie. Bei einem Patienten mit Skoliose kommt es hingegen zu Abweichungen von dieser geraden Linie. Seine Wirbelsäule ist zur Seite hin verdreht. Meist krümmt sich die Wirbelsäule somit nicht nur zur Seite, sondern die Patienten sind ebenso von verdrehten Wirbelkörpern betroffen.

Ob die Skoliose mit für den Patienten spürbaren Symptomen einhergeht, hängt von der Stärke der Wirbelsäulenverkrümmung ab. Wie stark sich die Wirbelsäule zur Seite krümmt, entscheidet über die Therapiemöglichkeiten. Auch das Alter und der voraussichtliche Verlauf wirken sich auf den Therapieansatz aus. Schließlich ist bei jungen Patienten tendenziell mit einer Verschlechterung der Skoliose zu rechnen, was bei erwachsenen Patienten hingegen nicht der Fall ist.

Mögliche Ursachen für eine Skoliose

In vielen Fällen wissen die zuständigen Mediziner nicht, warum es bei den betroffenen Personen zu einer Skoliose gekommen ist. Dieses Krankheitsbild wird als idiopathische Skoliose bezeichnet. In nur circa zehn bis 20 Prozent der Fälle sind die individuellen Ursachen für eine Skoliose hingegen bekannt. Vor allem folgende Ursachen spielen eine Rolle:

  • Eine Fehlbildung der Wirbel, die angeboren ist
  • Erkrankungen im Bereich der Nerven oder Muskel
  • Traumata/ Unfälle
  • Systematische Erkrankungen
  • Bereits erfolgte Operationen an der Wirbelsäule

Symptome einer Skoliose

Sofern es sich nur um eine minimale Verformung der Wirbelsäule zur Seite handelt, bleibt die Skoliose oftmals äußerlich unerkannt. Bei einer schweren Skoliose macht sich die folgende Symptomatik hingegen unübersehbar bemerkbar:

  • Die linke Schulter hängt tiefer als die rechte oder umgekehrt
  • Deutlicher Beckenschiefstand
  • Ein Schulterblatt, welches weiter herausragt
  • Rippenbuckel oder Lendenwulst auf einer Seite
  • Scheinbare Beinlängendifferenz

Diese äußerlichen Symptome können für die Betroffenen sehr schmerzhaft sein. Eine unbehandelte Skoliose kann zudem zu einer eingeschränkten Beweglichkeit führen, die sich negativ auf die Freizeitgestaltung und das Arbeitsleben der Patienten auswirkt. Auch diese Langzeitfolgen sind bei einer unbehandelten Skoliose möglich:

  • Rückenschmerzen
  • Schmerzen in anderen Körperregionen (zum Beispiel im Bereich der Hüfte oder den Beinen)
  • Eingeschränkte Lungenfunktion
  • Beeinträchtigung der Funktion des Herzens, der Nieren oder des Magen-Darm-Trakts

Wenngleich die genannten Funktionsbeeinträchtigungen sehr selten zum Problem werden, zeigt diese mögliche Symptomatik deutlich, dass eine Skoliose ab einer gewissen Schwere unbedingt behandlungsbedürftig ist. Gerade bei Kindern und Jugendlichen, die von Skoliose betroffen sind, ist eine Skoliose, die nicht behandelt werden muss, eher die Ausnahme als die Regel.

Wie wird eine Skoliose diagnostiziert?

Ein erfahrener, fachkundiger Arzt kann eine Skoliose rein bei einer körperlichen Untersuchung erkennen. Eine Röntgenuntersuchung wird im nächsten Schritt lediglich genutzt, um die Diagnose des Arztes zu bestätigen. Sofern es sich um einen jungen Patienten handelt, dessen Wirbelsäule sich noch im Wachstum befindet, kann es zu einer deutlichen Verschlimmerung kommen. Daher ist es nicht nur wichtig, dass eine Skoliose so früh wie möglich erkannt wird.

Vielmehr werden junge Skoliose-Patienten regelmäßig untersucht, um den Grad der Verformung und eine mögliche Verschlechterung genau zu überwachen. Der individuelle Krümmungswinkel kann über die Röntgenaufnahmen bestimmt werden. Dazu kommt die Winkelmessung nach Cobb zum Einsatz. Abhängig von dem vorliegenden Krümmungswinkel wird zwischen den folgenden Schweregraden einer Skoliose unterschieden:

  • Winkel zwischen 10 und 40 Grad: leichte Skoliose
  • Eine mittelschwere Skoliose liegt bei einem Winkel zwischen 40 und 50 Grad vor
  • Bei einem Krümmungswinkel von über 50 Grad handelt es sich um eine schwere Skoliose

Meist sind die Röntgenverlaufskontrollen ausreichend aussagekräftig. Einem MRT müssen sich die betroffenen Patienten daher nur in seltenen Fällen unterziehen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn der zuständige Arzt sich einen Überblick über den Zustand der Weichteile und Nerven im Bereich der Wirbelsäule verschaffen will. Auch wenn es um potentielle Auswirkungen einer Skoliose auf verschiedene innere Organe geht, ist ein MRT sinnvoll.

Therapie und Verlauf einer Skoliose

Bei einer leichten Skoliose ist die Behandlung mit Hilfe von Physiotherapie und einem speziellen Korsett denkbar. Bei einer schwereren Form der Skoliose kommen die Patienten häufig nicht um einen operativen Eingriff zur Korrektur dieser Fehlstellung der Wirbelsäule herum. Sofern Kinder sowie Jugendliche von einer Skoliose betroffen sind, kann sich der Grad der Verkrümmung während Wachstumsphasen weiter verschlechtern. Im schlimmsten Fall bedeutet das, dass eine Operation unausweichlich wird.

Wenn eine Skoliose nicht behandelt wird, kommt es dauerhaft zu einer einseitigen Belastung der Wirbelsäule. Nicht nur die Wirbel, sondern auch die Bandscheiben können dadurch Schaden nehmen, so dass ein Bandscheibenvorfall nicht ausgeschlossen ist. Selbst wenn keine Operation erforderlich werden sollte, sind das Tragen eines Korsetts sowie Physiotherapie samt der regelmäßigen Durchführung der Übungen auch in Eigenregie ein Muss, um dauerhafte Folgeschäden zu vermeiden. Allerdings ist eine Korsettbehandlung bei einer ausgewachsenen Wirbelsäule eher ineffektiv. Bei erwachsenen Patienten wird eine Skoliose daher häufig gar nicht oder operativ behandelt.

Zusammenfassung

  • Bei einer Skoliose kommt es zu einer Seitenabweichung der Wirbelsäule, wobei die Wirbel zusätzlich verdreht sind.
  • In den meisten Fällen sind die Ursachen einer Skoliose nicht bekannt (idiopathische Skoliose).
  • Eine Skoliose sollte unbedingt therapiert werden, um Langzeitfolgen wie einen möglichen Bandscheibenvorfall, Bewegungseinschränkungen und Organbeeinträchtigungen (zum Beispiel von Herz, Lunge und Nieren) zu vermeiden.
  • Physiotherapie, das Tragen eines Korsetts und eine Operation stellen die denkbaren Therapieoptionen dar.
  • Krankengymnastik und das Tragen eines Korsetts sind nur bei einer sich noch im Wachstum befindlichen Wirbelsäule aussichtsreich.


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