Bandscheiben OP – 9 Monate nach der OP

Nach dem ich in meinem Erfahrungsbericht zur Bandscheiben OP recht detailliert die unmittelbaren Tage und Wochen nach der OP geschildert habe, geht es jetzt um folgende Frage: Wie ergeht es mir > 6 Monate nach der OP?

Um es kurz zu machen: Es geht blendend. Bis heute bereue ich den Eingriff kein bisschen. Die ersten Monate erschien mir das Leben ohne Schmerzen noch ziemlich irreal, konnte es gar nicht glauben. Jahrelang stand ich morgens in der S-Bahn mit einem fiesen Ziehen im Bein – und wenn dann diesen Moment, der tausend Mal mit Schmerzen verbunden war, völlig schmerzfrei erlebt, ist das auch knapp 9 Monate nach der OP immernoch der Wahnsinn. Aber natürlich hat sich mittlerweile der Alltag wieder eingeschlichen  – und man gewöhnt sich an das schmerzfreie Leben. Wenn man Schmerzen hat, wünscht man sich nichts sehnlicher, dass diese weg sind. Naja, und wenn man keine Schmerzen hat, denkt man ja auch nicht mehr an diese und hat halt andere Probleme 😉

Aber wie gesagt, in manchen Situationen, mit denen ich sonst immer Schmerzen assoziiert hatte, wird mir mein Glück noch bewusst.

Nun will ich hier aber auch keine Illusion aufbauen: Nach einer solchen OP ist auch 9 Monate später keinesfalls ein Leben gegeben, wie man es mal vor dem Bandscheibenvorfall hatte. Mein unterer Rücken ist nach wie vor verdammt empfindlich und macht sich auch bei Überbelastung immer wieder bemerkbar. Man lebt jetzt zwar nicht mehr mit täglichen Gedanken an Schmerzen, aber immernoch mit Gedanken an die Bandscheibe, deren Belastung usw.  Da ist jetzt halt eine Schwachstelle im Körper, mit der ich möglichst schonend umgehe, schließlich ist die Angst doch recht groß, dass man durch Selbstüberschätzung und Überbelastung sich den nächsten Bandscheibenvorfall „einfängt“.

Wo bemerke ich Verbesserungen im Alltag?

  • ich kann mich schmerzfrei Bücken. Das Bücken an sich ist zwar noch nicht 100%ig rund, teilweise noch etwas unangenehm, aber um Welten besser als vor der OP, also mann kann es schlichtweg nicht vergleichen
  • ich kann wieder jegliche Arten von Schuhe tragen. Klingt vielleicht etwas eigenartig, aber vor der OP war es mir nicht möglich, jegliche Schuhe zu tragen, da teilweise die Dämpfung zu gering war und ich dann permanent Schmerzen hatte. Das geht nun wieder.
  • Sitzen ist schmerzfrei möglich: Im Büro konnte ich teilweise nach einigen Stunden nicht mehr sitzen, das ist jetzt kein Problem mehr. Wenn man es mal wieder etwas übertrieben hat, macht sich der Rücken natürlich auch bemerkbar, aber dies ist ja auch der Fall bei Leuten, die nicht an der Bandscheibe operiert wurden
  • Sport, Fahrradfahren etc. -> keine Schmerzen mehr. Hatte sonst beim Fahrradfahren oft extreme Schwierigkeiten

 

Belastung macht sich nach wie vor sofort bemerkbar

2-3 Monate nach der OP konnte ich nicht mal einen Sixer Wasser in die Wohnung hochtragen – das geht mittlerweile wieder. Aber bei schwereren Dingen macht sich unmittelbar nach dem Tragen wieder der Rücken bemerkbar – in dieser Hinsicht ist man  noch recht eingeschränkt. Auch was schnellere Bewegungen angeht mit häufigen Bücken usw. ist weniger ratsam. Leute, die Sportarten wie Fußball o. ä. ausüben, müssen sich wohl vermutlich ein anderes Hobby suchen oder eben noch warten, ob die Zeit Besserungen bringt. Ich hatte 5 Monate nach der OP einen Umzug zu bewerkstelligen – ich habe natürlich keine Möbel o. ä. getragen, dies wäre schlichtweg undenkbar gewesen, aber die ein oder andere Kiste, die vielleicht schon etwas über meine Grenze lag, musste ich dann doch mal tragen. Da hat man wieder gemerkt, wie empfindlich die operierte Stelle im Prinzip noch ist. Also schwere Belastung / schweres Heben ist auch ein halbes Jahr nach der OP noch undenkbar – und vermutlich wird man für den Rest des Lebens nie wieder so „anpacken“ können, wie es mal in Zeiten vor dem Bandscheibenvorfall der Fall war.

Bewegung, Bewegung, Bewegung

Wichtig ist natürlich, den Körper möglichst viel zu bewegen, allerdings eher auf schonende Art und Weise. Ich habe für mich rausgefunden, dass hier der Mix aus Belastung und Entlastung wichtig ist. Ich versuche sehr regelmäßig Bauch und Rückenübungen zu machen – wenn ich dieses mal wieder etwas verplane, berufliche bedingt zu viel sitze, macht sich auch wieder mein „Freund“, die Bandscheibe leicht bemerkbar. Hier muss am Ende jeder für sich selbst herausfinden, welche Art der Bewegung gut tut.  Fakt ist aber, dass man nach einer solchen OP sich nicht denken sollte „Ach cool, ich hab keine Schmerzen mehr, läuft also alles“.. man sollte kontinuierlich daran arbeiten, diesen Zustand zu halten, dies raten einem auch alle Ärzte / Therapeuten etc.


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16 Kommentare zu “Bandscheiben OP – 9 Monate nach der OP

  1. Hallo,
    Als ich deinen Bericht gelesen habe, dachte ich das er auch hätte von mir sein können.
    Ich habe auch einen Bandscheibenvorfall und bin mehrmals die woche über Jahre im Fitnessstudio gewesen.
    Die Diagnose bekam ich vor ca. 5 Monaten mit 23 Jahren, die schmerzen habe ich noch immer, jedoch zum glück keine Lähmungsanzeichen.
    Ich war immer relativ Sportlich und bin der meinung das der Bandscheibenvorfall definitiv durch die Extreme überbelastung der Wurbelsäule im Fitnesstudio zustande kam, durch Übungen wie Bankdrücken, Rudern usw herschern große scherkräfte auf der Wirbelsäule und den einzelnen Wirbeln, welche so von der Natur bestimmt nicht gewollt sind.
    Wie denkst du im Nachhinein darüber, was die Ursache für deinen Bandscheibenvorfall im jungen Alter war ?

    • Hi,
      hmm, rückblickend jetzt die Ursache fest zu machen, fällt mir sehr schwer.
      Ich denke es wird ein Mix gewesen sein: Ich habe seit frühster Jugend schon sehr viel gesessen, auf Bürostühlen die alles andere als ergonomisch waren, und dann habe ich auch mit Krafttraining im Alter von 20 angefangen. Was nun am Ende dazu geführt hat, keine Ahnung. Es war ja ein schleichender Prozess…

      Wünsche dir alles Gute!

      Gruß, Fabian

    • Hallo genau diese Vermutung mit dem Fitnessstudio habe ich auch! Falsche Betreuung – Überbelastung vom Rücken -BUMM!!
      Der Neurochirurge sagte zu mir der Rücken müsste im Alltag genug Arbeit leisten da wäre es falsch ihn im Fiti noch mehr zu belasten! Die Bauchmuskeln wären da das A und O!
      War 5 Jahre am Stück in einem Studio ! Sobald ich wieder darf werde ich nur noch Gymnastik für Bauch und Rücken machen – Nordic Walking und so. Aber kein Gerätetraining mehr !

  2. Guten Abend ich hatte vor 4 wochen eine Bandscheiben OP 4/5 wann bist du wieder in die Sauna gegangen.Ich habe meine Reha schon hinter mir. Bei mir ist die Angst vor einem erneutem Vorfall extrem Groß ich hoffe das das noch besser wird.

    Gute Gesundheit weiterhin
    R. Stern

  3. Ich wurde vor 3 Monaten an der Lendenwirbelsäule operiert. Es wurde eine Versteifung durchgeführt und ein Implantat eingesetzt. Jedoch habe immer noch starke Schmerzen und habe auch wieder angefangen Schmerzmittel zu nehmen. Die Schmerzen sind schlimmer als vorher. Macht es einen Sinn, jetzt schon einen Termin bei dem zuständigen Chirurgen zu machen? Der wird mich wahrscheinlich nur vertrösten und sagen, ich muss Geduld haben. Ich habe mir wirklich mehr von der OP versprochen und eigentlich gedacht, dass die Schmerzen zumindest besser werden.

  4. Hallo habe deinen Bericht gelesen und mich dann ebenfalls nach Höllenschmerzen im re Bein für die OP am 16.10.2017 entschieden.
    Der Nervenschmerz war auch bei mir direkt nach aufwachen der OP weg, allerdings konnte ich ab Tag 1 nach OP mich auch schmerzfrei im Bett drehen – auf dem Rücken liegen – aufstehen ect. Das ist auch bis jetzt 8 Tage nach der OP geblieben.
    Wie es weiter geht wird sich zeigen aber ich bin froh deinen Bericht gefunden zu haben. Er hilft mir wenn zb wie heute morgen dieses ziehen ins Bein ganz leicht zurück kommt. Der Neurochirurge sagte das das kommt ein paar Tage nach Op weil während der Op der Nerv zur Seite gelegt wird und das ja alles noch geschwollen ist im Rücken. Dann zu lesen das es bei anderen auch so ist und wieder weg geht – beruhigt einen natürlich ! Viele schreiben ja immer nur wenn es negativ gelaufen ist. Also mal ein Dankeschön für den tollen Bericht !

    • Hallo Jeny, welche Methode hattest fu gehabt bei deiner BS OP?
      Welche Methode ist eigentlich besser, der Vorfall entfernen oder eine künstliche Bandscheine?
      Lg

  5. Hallo, srry für mein gebrochenes Deutsch erstmal.
    Ich hatte in 2015 einen Bandscheinbenvorfall L4/L5 bekommen, hatte ganzen Tag schmerzen gehabt und half keine Wärme oder Kälte. nach paar Monaten war wieder alles gut also keine Schmerzen mehr, und ich konnte bücken beugen Schuhe anziehen Fussball spielen sogar einen Freund (97kg) von mir heben ohne Probleme, ich habe sogar vergessen dass ich einen Vorfall habe. 2017 habe ich angefangen als Umzugshelfer zuarbeitet neben meinem Studium, und nach paar Tagen kammen wieder die Schmerzen zurück, dies mal wusste ich dass das nicht normal ist da die Schmerzen stark waren ich konnte nicht stehen bleiben und habe auch beim Hinlegen Schmerzen bekommen.
    Nach 10 Tagen MRT:(23.10.2017)
    – Bandscheibenvorfall L4/L5 und L5/S1, ich bin traurig ich habe die ganze Zeit Angst vor dem dritten BSvorfall, ich kann laufen und schlafen ohne Probleme, ich nehme keine Schmerztabletten oder so da die Schmerzen nicht extrem stark sind.
    Jetzt sind die Schmerzen nicht so stark wie vor dem MRT aber nerven trotzdem, ich denke aber dass ich irgendwann Lebensmüde sein werde.
    Trotzdem möchte keine OP machen solange ich noch schlafen/laufen kann, setzen geht nicht immer, ich habe noch Hoffnung dass es wieder besser wird wie bei dem ersten Vorfall aber jetzt sind ja 2 Vorfälle und L5/S1 ist am Schlimmsten.

    • Hallo David,

      tut mir Leid das zu hören. Wenn du die OP umgehen willst, fange jetzt damit an, rückengerecht zu leben, mache
      jeden Tag Übungen, suche dir einen guten Physiotherapeut, informier dich über alle möglichen Behandlungsmethoden.
      Und als Umzugshelfer solltest du sicherlich nicht mehr arbeiten… und auch nicht mehr deinen 97 Kilo schweren Freund hochheben, ist keine gute Idee mehr 😉
      Ich drücke dir die Daumen, dass es besser wird.
      Lad dir auch mein „10 Tipps“ eBook herunter, dort findest du weiter Ideen zur Linderungen der Schmerzen.

      Gruß, Fabian

    • Hallo ich bin stephan und wurde am 02.10. 17 operiert neue bandscheibe l5 s1 und ich muss sagen dass da was nicht stimmt habe schmerzen die ich bisdahin noch nicht kannte ich habe das Gefühl mir platzt das Bein auseinander außerdem habe ich das Gefühl mein fuss steht in einem Eimer mit glühenden Kohlen ich ne e jetzt Morphium damit ich nachts mal 3 stunden schlafen kann habe mich in der Notaufnahme gemeldet und wurde nach einem schmerztropf wieder nachhause geschickt dann War ich noch eine Woche stationär untergebracht und Göre von den Ärzten immer nur haben sie Geduld ich könnte kotzen ich habe für Freitag ein termin in einer anderen Klinik ich hoffe die können mir helfen sonnst habe ich kein leben mehr Bitte überlegt auch den Schritt zu solch einer Operation und überlegt genau wo ihr dass machen lasst

      • Hallo Stephan,
        tut mir leid, dass zu hören. Das klingt ja sehr extrem! Ja, natürlich sollte sich jeder genau überlegen, was er da macht. Das erwähne ich hier ja hoffentlich oft genug. Bei dem einen läufts gut, bei dem anderen nicht. 🙁
        Bei mir gabs leider nun einige Jahre nach der OP auch einen neuen Bandscheibenvorfall. Das muss man auch immer berücksichtigen, dass nach den Operationen neue Vorfälle auftreten können.

        Ich hoffe, dass es dir bald wieder besser gut!

        Gruß, Fabian

  6. Ich wurde am 6Okt operiert L4L5. Nach gut 2 Wochen war ich in der Reha. 21.11. Komm ich raus! Laufen geht soweit gut, aber Probleme mit sitzen. L5S1 schmerzen. Länger wie 1 Std nicht möglich. Schmerzen und es drückt! Bei krankengymastik ( Wasser, trocken) auch schmerzhaft. War eindeutig viel zu früh in Reha. Nach Reha mach ich IRENA. Da ich Lkw Fahrer bin mit auf und abladen ist an arbeiten nicht zu denken. Und auch erst damit anfangen Bis ich schmerzfrei bin. Selbst wenn es noch bis Februar oder März dauert. Es sollte jeden klar sein, dass die Gesundheit vorgeht. Ich habe noch 26 Jahre bis zur Rente. Mein Chef ruft alle 2 Wochen an wann ich wieder komme! Meine Aussage ist immer dasselbe! Wenn ich wieder gesund und fit bin!

  7. Hallo,

    bin durch Zufall hier drauf gestoßen und wollte auch kurz was dazu sagen! Alles fing bei mir wie folgt an.

    – Dezember 2016 anfängliche Schmerzen & ziehen im rechte Bein
    – Ostern 2017 Totalausfall, unglaubliche Schmerzen vom rücken bis in die Zehen. Konnte zu dem Zeitpunkt nicht stehen/gehen/sitzen und liegen nur in gewissen Positionen
    – Nach Ostern 2017 direkt einen Termin beim Arzt bekommen == 4 Wochen auf MRT warten in dieser Zeit von IBU 800 => Tilidin => Tramadol (nichts half, bis auf 3x täglich 40 tropfen Tramadol die etwas halfen)
    – Mai 2017 Ergebnis des MRT => musste dann aber den Arzt wechseln da dieser im Urlaub war und ich somit hätte 3 Wochen warten müssen ==> Neuer Arzt wollte mich mit Spritzen direkt in die Whirbelsäule behandeln, Ergebnis => 4 Wochen lang jede Woche eine Spritze ! Die 4te Spritze hat dann etwas Besserung gebracht.
    – Bin dann wieder arbeiten gegangen (Widereingliederung 6 Wochen bis 12Uhr)
    – Mitte August Rückfall und dann Entscheidung zur OP getroffen (Köln Media Klinik)

    Wurde dann Ende August 2017 an L4/5 operiert und lag 3 Tage im Krankenhaus. Nach der OP hatte ich KEINE Schmerzen (bis auf die Wunde am Rücken).

    Zu Hause angekommen verlief die erste Woche ebenfalls schmerzfrei. Dann jedoch zu den Komplikationen:

    – 1 Woche Zuahuse = Schmerzfrei bis auf Wunde
    – 2 Woche nach OP = leichtes ziehen ins Bein (hab ich schon die Krise bekommen …)
    – 3 Woche nach OP = Immer noch leichtes ziehen – Untersuchung beim Arzt ergab das alles gut ist und ich IBUS zur Entzündungshemmung nehmen soll.

    – 4-6 Wochen nach OP = nach wie vor Ischias Schmerzen im rechten Bein

    – Anfang Dezember 2017 fing das Spiel auf Einmal im linken Bein an (leichtes ziehen ins Bein), dafür war das rechte Bein schmerzfrei ?!

    ab Januar 2018 == im großen und Ganzen bin ich zufrieden, klar hab ich noch Schmerzen und ab und an ein ziehen im Bein (jedoch nur bei „Belastung“ – im Sitzen/Liegen bin ich absolut schmerzfrei!).

    Habe im März nochmal eine Untersuchung in der Klinik denke und hoffe aber, dass alles weiterhin gut gehen wird und ich eventuell in naher Zukunft „garkeine“ Schmerzen mehr haben werde.

    VG

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