Erneuter Bandscheibenvorfall nach der Bandscheiben-OP

Prost Mahlzeit! Nach dem ich mich 2013 nach jahrlangen Schmerzen und Kämpfen für eine OP an der Bandscheibe im Lendenwirbelbereich entschieden hatte, war es die Jahre danach auch alles weitest gehend super („super“ im Verhältnis zu den chronischen Schmerz-Phasen, nicht „super“ im Verhältnis zu der Zeit vor dem Bandscheibenvorfall!).

4 Jahre Später gab es bei einem Kontroll-MRT leider die wirklich unschöne Nachricht, die mich in ein paar sehr depressive Tage warf: Der Vorfall ist zurück! Tata! Rezidivbandscheibenvorfall, so nennen die Herren in Weiß das.

Rezidiver Bandscheibenvorfall – 4 Jahre nach der OP

Ich fange mal ganz von vorne an.. ich weiß, dass viele hier meine Berichte lesen, weil sie selber vor einer Bandscheiben OP stehen, also vor der Entscheidung. Ich habe es ja überall auf dieser Internetseite schon oft genug erwähnt, tue es aber auch noch mal: Du kannst so viele Erfahrungsberichte lesen wie du willst, so viele Arzt-Meinungen hören, wie du magst, die Entscheidungen ist deine!

Wenn ich hier nie einen Artikel darüber veröffentlichen würde, dass ich nun Jahre nach der OP einen erneuten Bandscheibenvorfall habe, würdest du dich vielleicht für eine OP entscheiden, weil du nur meine vorherigen Berichte kennst. Merkst du selber oder? Du darfst deine Entscheidung nicht auf Grund eines Erfahrungberichtes eines Einzelnen treffen. Das sei hier nochmal gesagt.

Tut alles, um eine OP zu vermeiden. JA ALLES! Die Bandscheiben OP ist die letzte Station. Wenn gar nix mehr geht, so wie es bei mir der Fall damals war. 

Wie kam es zu meinem erneuten Bandscheibenvorfall?

Eigentlich lief es ja ganz gut die Jahre nach der OP, hatte wenig bis keine Beschwerden, hatte wohl auch schon wieder vergessen, dass ich überhaupt Rückenprobleme habe. Tja, aber nach so knapp 4 Jahren machten sich dann mal phasenweise kürzere, noch recht unscheinbare Symptome bemerkbar.

Da war hin und wieder mal das Bein etwas blockiert, ein diffuses Ziehen ins Bein, aber alles noch kein Drama. Ich hatte wieder etwas Physiotherapie gemacht und auch wieder vermehrt meine Übungen in meinen Tagesablauf eingebaut .
(der Mensch ist halt so: wenn alles gut ist, macht man kaum die Übungen, machen sich Probleme bemerkbar, schwört man sich, alles zu ändern…)

Dann war auch erstmal wieder gut für ein paar Monate. Keine weiteren Gedanken gemacht. Die Rücken ist halt meine Schwachstelle, habe das Problem nicht weiter verfolgt.

Nach ein paar Monaten kam es aber wieder zu ähnlichen Symptome… wieder Physiotherapie, wieder Übungen. Diesmal waren die Beschwerden auch stärker. Es war kein extremer Nervenschmerz wie vor der OP, aber meine Bewegung im linken Bein war sehr verspannt.

Also ich mich dann erneut beim Arzt vorgestellt habe, und ihm berichtet habe, gab es gleich eine Überweisung fürs MRT.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich zwar immer wieder Beschwerden, aber es fühlte sich nicht nach Nervenschmerzen an. An einen erneuten Bandscheibenvorfall dachte ich in diesem Moment wirklich überhaupt nicht! 

MRT Befund – erneuter Bandscheibenvorfall

Wie es so ist, ziehen die Woche ins Land. Von der Überweisung zum MRT, bis zum eigentlich MRT-Termin bis zum Auswertungsgespräch des Befundes vergehen dann auch mal zwei Monate.

Als ich dann das Gespräch zur Besprechung des Befundes hatte, ging es mir super. ich hatte in den letzten Wochen eigentlich keine weiteren Beschwerden mehr gehabt, und war sehr optimistisch gestimmt. Optimistisch ist noch untertrieben, an einen weiteren Bandscheibenvorfall habe ich keine Sekunde gedacht. 

Tja, an der Rezeption habe ich mich dann angemeldet, und dort wurde mir dann auch mein Befund ausgedruckt und in die Hand gedrückt. Mit diesem sollte ich dann zum Arzt rein.

Zu 1000% hatte ich erwartet, dass irgendein medizinisches Blabla steht, das am Ende heißt „alles ok soweit“. Leider steht da sehr verständlich , schwarz auf weiß, „Großer Bandscheibenvorfall…. mit Druck auf Nerv“ Ich musste das mehrmals lesen – und war wirklich platt. Ich saß völlig durcheinander im Wartezimmer, habe mir alle Fachbegriffe auf dem Befund zusammen gegoogelt. Es bestand kein Zweifel, an der operierten Stelle war an erneuter Vorfall, wieder schön groß, entstanden.

Naja, der Herr Doktor sah das natürlich lockerer, für den ist das ja Daily-Business. Noch mal operieren wird er mich nicht, „sonst werde ich Dauerpatient„, es gab wieder das gute alte Rezept für die Physio-Therapie und das wars.

Ich hatte dem Arzt gesagt, dass ich sehr überrascht bin auf Grund des Befundes, da ich mit dem selben Befund vor meiner damaligen OP extremer Beschwerden heute. Jetzt merke ich nur wenig bis gar nichts.

Er meinte, es gibt tatsächlich viele Menschen die Vorfälle haben, und nichts davon merken.

Tja, was auch immer, danach war ich erst mal platt. Meine größte Angst ist wahr geworden. Das Höllen-Ding in meinem unteren Rücken ist wieder da.

Danach war ich einige Tage ganz schön platt. Der Befund hat mich schon umgehauen, das muss ich zugeben – und es hat auch einige Wochen gedauert, bis ich mich an den Gedanken gewöhnt habe. Wenn man weiß,  dass man einen erneuten Bandscheibenvorfall hat, lebt es sich natürlich auch wieder mit einer großen Portion Panik und Angst im Kopf „Oh Gott, was ist, wenn wieder diese krassen Schmerzen auftreten? Halte ich das noch mal aus?

Ja, schön ist anders. Da ist man wieder beim Thema „Psyche“ – positiv denken, im Jetzt leben und nicht alle Worst-Case-Szenarien durchspielen. (hach, wenn das doch so leicht wäre!)

Bereue ich die ursprüngliche Bandscheiben Operation?

Um ab er gleich eins vorweg zu nehmen: Nein, die ursprüngliche OP bereue ich nicht. Es war zu dem damaligen Zeitpunkt die für mich einzig vernünftige Entscheidung, für die ich auch sehr lange benötigt habe, ehe ich sie getroffen habe.

Ich hatte nach der OP eine paar relativ beschwerdefreie Jahre. Dafür bin ich dankbar.

Was habe ich falsch gemacht?

Vorwerfen kann ich mir nur, dass ich vermutlich konsequenter auf meinen Rücken hätte auch sollen, kontinuierlich meine Übungen hätte machen sollen. Aber naja, ist es einem Ende 20-Jährigen „übel zu nehmen“, dass er mal eine Zeit lang ohne großartige Gedanken an den Rücken leben wollte? (ja, es scheint ihm übel genommen worden zu sein ;))

Und auch dann, wenn ich alles perfekt gemacht hatte, ist nicht auszuschließen, dass an der selben Stelle wieder ein Vorfall entstanden wäre. Kurzum: Mir jetzt Vorwürfe zu machen, bringt nichts.

Ich will an dieser Stelle nicht das „System“ schuldig machen, doch muss ich sagen, dass eine Betreuung nach solchen Bandscheiben OPs durchaus besser aussehen kann. Man ist doch sehr auf sich alleine gestellt. Und die Massenabfertigungs-Reha kann man auch knicken.

Wie ist das aktuelle Befinden mit dem erneuten Bandscheibenvorfall?

Geht so! Nicht so schlimm wie damals vor der OP, doch das Ding macht sich immer wieder mal bemerkbar. Mit Physiotherapie und Übungen bekomme ich das aber zur Zeit gut in den Griff, so dass ich jetzt erstmal so weiter mache wie bisher.

Das wichtigste ist für mich immer wieder: „Positiv denken“ , da ich mich sonst zu sehr verrückt mache.

Ich drücke allen, die sich auch einer OP unterzogen haben, die Daumen, dass alles „dicht“ bleibt 😉

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4 Kommentare zu “Erneuter Bandscheibenvorfall nach der Bandscheiben-OP

  1. Hallo
    Ich kann durchaus mit Dir mitfühlen. Ich habe auch zwei operierte BSV’s an der Liste. Aber nach den Operationen hatte ich 4 Tage Ruhe und lebe jetzt schon 14 Jahre mit den Schmerzen. Physiotherapie hatte ich auch jede Menge, die bringt aber bei mir nichts mehr. Zum Glück habe ich einen spitzenmäßigen Schmerztherapeuten der mir die Medikamente verschreibt mit denen ich einigermaßen leben kann, ohne diese könnte ich noch schlechter bis gar nicht laufen. Mittlerweile kamen dann auch noch 2 BSV’s an der Brustwirbelsäule dazu die in meinen Brustkorb ziehen was auch nicht immer sehr angenehm ist. Ich hoffe sehr für Dich das die Schmerzen in Grenzen bleiben.

    Liebe Grüße

    Siggi

  2. Danke, sprichst mir aus der Seele. Ich hin ich genau der selben Situation. OP vor sechs Jahren und nun ist er wieder da. Selbe Bandscheibe, allerdings bei Verschlechterungen ist eine erneute OP nicht ausgeschlossen. Aber positiv denken hilft mir auch.

  3. Hi!
    Vielen Dank für dein Statement, mir gehts gerade genauso und ich bin echt fertig!
    Vor 1,5 Jahren bin ich nach einem Massenvorfall operiert worden, jetzt ist etwas nachgerutscht! Zum Glück nicht viel, zum Glück ist es kein Sequester und zum Glück sind es nicht die gleichen Schmerzen wie damals….
    Aber es ist trotzdem scheiße!!

    Meine größte Angst hat sich bewahrheitet!
    Ich hoffe, dass ich trotzdem relativ normal wieder alles Bzw vieles machen werden kann 😥

    Positiv Denken hilft – aber es ist verdammt schwer!

    • Hi Ela,
      ja, das ist tatsächlich große Scheiße!
      Sei wenigstens froh, dass es nicht so viel ist, bei mir ist es wieder ein großer Vorfall.
      Positiv denken.. klar, das ist schwierig, weiß ich selbst. Nur was ist die Alternative? Jeden Tag aufstehen und sich denken „scheiße, wie konnte das passieren, warum ich etc?“.
      Mach deine Übungen, sorg für Entspannung und versuch, auch wenn es schwer ist, das Leben leichter zu nehmen.

      Gute Besserung!

      Gruß, Fabian

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