Bandscheibenvorfall Symptome & Anzeichen im Überblick

Rückenschmerzen stellen den häufigsten Grund für einen Besuch beim Arzt dar. Über 37 Millionen Menschen konsultierten im Jahr 2015 deswegen allein hierzulande einen Neurologen, Orthopäden oder Hausarzt. Bei rund 180.000 dieser Menschen wurde ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert. Welche Syptome sind für einen Bandscheibenvorfall üblich? Hier gibt es eine umfangreiche Liste.
Doch bitte bedenken: Die endeutige Diagnosse kann nur ein Arzt stellen!

Wie es zu den unangenehmen Beschwerden kommt

Symptome eines Bandscheibenvorfalls können unterschiedlich seinBandscheiben wirken für die Wirbelsäule als Stoßdämpfer. Die insgesamt 23 Bandscheiben befinden sich zwischen den Wirbelkörpern und stellen sicher, dass diese nicht aneinander reiben. Darüber hinaus garantieren gesunde Bandscheiben, dass wir uns drehen und beugen können. Diese elastischen, faserknorpeligen Wirbelsäulen-Verbindungen bestehen aus einem Gallertkern (Nucleus pulposus) sowie einem äußeren Bindegewebe-Faserring (Anulus fibrosus). Obwohl Bandscheiben äußert belastbar sind, können sie sich bei sehr hoher Beanspruchung so derart zusammendrücken, dass sie ihre ursprüngliche Form nicht mehr einnehmen können.

Dieser Prozess kann sich mit fortschreitendem Alter und Abnutzung beschleunigen. Bekommt der Faserring hierbei Risse und tritt der Gallertkern langsam aus, kann die Bandscheibe Rückenmark und Nervenwurzeln bedrängen. Dieser Druck löst die Symptome aus, unter denen Patienten mit Bandscheibenvorfall für gewöhnlich leiden. Welche Beschwerden hierbei konkret auftreten, hängt davon ab, wo sich der Bandscheibenvorfall ereignet hat und wie lange dieser bereits besteht.

Rückenschmerzen deuten nicht immer auf Bandscheibenvorfall hin

Nicht immer, wenn der Rücken weh tut, handelt es sich gleich um einen Bandscheibenvorfall. Oft genug sind Verspannungen schuld an der Pein oder eine sogenannte Bandscheibenprotrusion, also der Vorstufe eines Bandscheibenvorfalles. Hierbei kommt es zwar zu einer Wölbung der Bandscheibe, wobei diese allerdings noch intakt bleibt. Verbleibt diese jedoch länger in dieser Position, ist ein Bandscheibenvorfall oft die Folge. Um dem vorzubeugen, sollte im Zweifel bei Rückenschmerzen grundsätzlich ein Arzt aufgesucht werden. In vielen Fällen ist die Bandscheibe zwischen dem Steißbein und dem fünften Lendenwirbel oder zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbel betroffen. Denn hier verläuft der Ischiasnerv, auf den der Bandscheibenvorfall drückt und so Schmerzen ins Bein oder Gesäß auslöst. Dieser starke, akute Rückenschmerz wird gemeinhin auch als „Hexenschuss“ bezeichnet. Dieser kann, muss allerdings nicht ein Symptom für einen Bandscheibenvorfall sein. Denn dieser medizinisch als Lumbago bekannte Rückenschmerz kann auch harmlose Ursachen haben.

Rückenschmerzen als erstes Anzeichen

Ein Bandscheibenvorfall kann sich als äußerst unangenehm erweisen. Die ersten Beschwerden sind in der Regel Einschränkungen in der Beweglichkeit sowie starke Rückenschmerzen. Das Kreuz schmerzt umso mehr, je stärker das ausgetretene Gewebe auf das Rückenmark sowie den Spinalnerv drückt. Begleitet wird die Pein nicht selten von Taubheitsgefühlen sowie Empfindungsstörungen wie Kribbeln („Ameisenlaufen“). Seltener treten Lähmungserscheinungen oder Gefühlsstörungen auf, die auf eine Nervenschädigung hindeuten würden. Bei solchen Symptomen ist der Arzt unverzüglich aufzusuchen. Wo der Schmerz sitzt, wie intensiv dieser ausfällt und welche weiteren Symptome auftreten, hängt zudem vorrangig davon ab, an welcher Stelle der Wirbelsäule sich der Bandscheibenvorfall ereignet.

Bandscheibenvorfall in Lenden- sowie Halswirbelsäule

Prinzipiell ist ein Bandscheibenvorfall in jedem Bereich der Wirbelsäule möglich. Doch in 90% der Fälle sind die Bandscheiben der Lendenwirbelsäule (LWS) und in rund 10% die der Halswirbelsäule (Cervikalwirbel) betroffen. Ein Bandscheibenvorfall der Brustwirbelsäule ist hingegen äußerst selten. Am häufigsten sind die Lendenwirbeln L5/S1 (Steißbein) und L4/L5 in Mitleidenschaft gezogen. An der Halswirbelsäule sind es hingegen die zwischen dem fünften bis achten Halswirbelkörper (C5 bis C8).

Symptome bei Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule (LWS)

Ist die Lendenwirbelsäule von einem Bandscheibenvorfall betroffen, löst dieser folgende Schmerzen aus:

  • Ausstrahlende Schmerzen im unteren Rücken
  • Knieschmerzen
  • Schmerzen, welche bis in einen oder beide Füße und Beine ausstrahlen
  • Schmerz legt sich etwas, wenn das betroffene Bein angewinkelt wird
  • Gelegentlich Kribbeln im Bein
  • Schmerz wird schlimmer beim Niesen und Husten
  • Stechender Dauerschmerz, welcher bis in die Füße ausstrahlen kann und sich bei Bewegung verstärkt („Ischiasschmerz“, häufig auch durch Verspannung bedingt)
  • Plötzlich einschießender Schmerz („Hexenschuss“ – kann auch durch Verspannungen entstehen)
  • Möglich sind auch Lähmungen der Beinmuskulatur

Je nach betroffener Bandscheibe tritt der Schmerz vermehrt insbesondere in folgenden Regionen auf:

  • 3. Lendenwirbel: Innenseite des Oberschenkels und Leistengegend
  • 4. Lendenwirbel: Innenseite des Unterschenkels und Außenseite des Oberschenkels
  • 5. Lendenwirbel: großer Zeh, Fußrücken und Außenseite des Unterschenkels
  • 1. Steißbeinwirbel: mittlerer bis kleinster Zeh, Außenkante der Zehen und des Fußes, Hinterseite des Unter- und Oberschenkels

Symptome bei Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule (HWS)

Typische Beschwerden bei einem Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule sind:

  • Ohrensausen, Kopfschmerzen, Schwindelgefühle
  • Schmerzen strahlen in die Arme, Hände oder am Hinterkopf aus
  • Steifer Nacken – mit der Versteifung versucht der Körper reflexartig, den bedrängten Nerv zu befreien
  • Schmerzen im Nacken
  • Möglich sind auch Kältegefühl, Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Hand oder Arm

Darm- und Blasenstörungen als mögliche Folge

Neben den Nervenfasern für die Beine und Arme, verlaufen im Rückenmark auch die Nerven, welche die Darm- sowie Harnblasenfunktion steuern. Übt das herausgetretene Bandscheibengewebe Druck auf diese Nervenfasern aus, kann dies in Lähmungen des Mastdarms sowie der Harnblase und damit in einem nicht mehr regulierbaren Stuhl- und Harnabgang (Inkontinenz) münden. In diesem Zusammenhang sind auch Gefühlsstörungen in der Region um den Anus („Reithosenanästhesie“), im Bereich der Genitalien und an den Innenseiten der Oberschenkel möglich. Auch eine Störung der Sexualfunktion ist nicht ausgeschlossen.

Querschnittssyndrom kann eintreten

Tritt ein großer Bandscheibenvorfall auf, kann der Wirbelsäulenkanal, durch welchen die Nervenstränge sowie das Rückenmark nach unten gezogen werden, eingeengt werden. Werden die Nervenstränge sehr stark eingeklemmt, kann ein Querschnittssyndrom die Folge sein. Dieses kann sich durch einen Sensibilitätsverlust oder durch Lähmungen äußern. Betroffene verspüren dadurch weder Berührungen noch Schmerzen auf der Haut.

Was gegen die Schmerzen helfen kann

Hilfreich zur Linderung der Schmerzen sind der Verzicht auf Bettruhe sowie etwas Bewegung. Denn Bewegungsmangel sowie längeres Liegen können die Beschwerden verschlimmern. Verspannungen, die oftmals als Reaktion auf die Schmerzen entstehen, lassen sich etwa durch kurzfristige Wärmeanwendungen lösen.

Neben entzündungshemmenden und eventuell muskelrelaxierender Medikamente kann der Arzt Schmerzmittel wie Naproxen, Ibuprofen und Paracetamol verschreiben. Je nach Situation rät der Arzt ferner auch zu Physiotherapie mit Krankengymnastik, Elektrotherapie sowie periradikulärer Therapie (PRT). Siehe auch dieser Artikel: Was hilft bei Schmerzen?

Kündigt sich ein Bandscheibenvorfall an?

Die Beschwerden hängen davon ab, ob es sich um einen Bandscheibenvorfall an der LWS oder der HWS ereignet. Inwiefern Schmerzen wahrgenommen werden, wird ferner in erster Linie dadurch bestimmt, ob Nerven gequetscht werden oder nicht. Ist keinerlei Nerv eingeklemmt, so kann der Vorfall sogar gänzlich ohne Beschwerden und ohne neurologische Ausfälle einhergehen. Demnach braucht er auch nicht behandelt werden. Ein Bandscheibenvorfall kündigt sich aber oft an.

Werden über eine Woche lang Schmerzen im Kreuz wahrgenommen, welche womöglich noch in Arme oder Beine ausstrahlen, sollte schnellstmöglich ein Arzt konsultiert und medizinischer Rat eingeholt werden. (logisch, oder?)

In selten Fällen muss ein Vorfall operiert werden, Infos zu meinen OP-Erfahrungen gibt es hier: Bandscheibenvorfall Operation.

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